Stand: 22.07.2020 14:47 Uhr

Studie: Armutsrisiko für Kinder in MV gesunken

Ein Junge sitzt mit den Händen vor dem Gesicht an einer Häuserwand voller Graffiti. © Chromorange Foto: Walter G. Allgöwer
Vielen Kindern aus ärmeren Haushalten fehlt ein Raum, in den sie sich in Ruhe zurückziehen können. (Symbolfoto)

Das Armutsrisiko für Kinder ist in Mecklenburg-Vorpommern deutlich gesunken. Der Anteil der Kinder, die von Grundsicherung leben müssen, sank von über 22 Prozent im Jahr 2014 auf 15,3 Prozent im vergangenen Jahr. Das geht aus einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung hervor. Mecklenburg-Vorpommern liegt damit unter dem ostdeutschen Durchschnitt von 16,9 Prozent. Bundesweit waren 13,8 Prozent der Menschen unter 18 Jahren betroffen. Regional gibt es jedoch weiterhin große Unterschiede. Den negativen Spitzenplatz hält Schwerin, wo laut Studie rund 25,4 Prozent der Kinder als armutsgefährdet gelten. Im Landkreis Rostock sind es hingegen "nur" rund zehn Prozent und in Ludwigslust-Parchim zwölf Prozent.

Zusätzliches Risiko durch Corona-Einschränkungen

Armut überschatte den Alltag von 2,8 Millionen Mädchen und Jungen in Deutschland. Das größte Armutsrisiko haben Kinder Alleinerziehender. In Mecklenburg-Vorpommern lebt mehr als die Hälfte aller Kinder, die in Ein-Eltern-Haushalten leben, von Hartz-IV-Leistungen. Laut Bertelsmann-Vorstand Jörg Dräger sind diese Kinder und ihre Familien in der Corona-Krise besonders benachteiligt. Für das Home-Schooling fehlten vielen von ihnen neben technischer Ausstattung auch Räume, in die sie sich in Ruhe zurückziehen können, um ungestört zu lernen. Viele Hilfsangebote seien wegen der Corona-Beschränkungen eingestellt worden. Das habe ohnehin benachteiligte Kinder besonders betroffen. Die Stiftung forderte mehr politische Anstrengungen für ein sogenanntes Teilhabegeld oder eine Kinder-Grundsicherung.

Weitere Informationen
Nahaufnahme einer Impfspritze © photocase Foto: willma...

Coronavirus-Blog: Covid-19-Impfungen ab April in Arztpraxen

Niedergelassene Ärzte sollen flächendeckend in die Impfkampagne einbezogen werden. Mehr Corona-News im Blog. mehr

Service
Smartphone Telefon-Tastatur. © iStockphoto Foto: Krystian Nawrockii

Bürgertelefone zum Coronavirus

Ministerien, Behörden und Verbände in Mecklenburg-Vorpommern haben Bürgertelefone und Hotlines für Fragen zum Coronavirus geschaltet. Hier finden Sie eine Übersicht. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 22.07.2020 | 07:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Innenminister Torsten Renz im Interview in der Rostocker Innenstadt.

Renz' Corona-Shopping: Fassungslosigkeit in allen Lagern

Ausgerechnet Innenminister Torsten Renz aus Güstrow hat im Niedrig-Inzidenz-Gebiet Rostock eingekauft. Die Reaktionen. mehr