Außenansicht der renovierten Domschule in Güstrow © NDR Foto: Sabine Frömel

Strengere Corona-Regeln in Güstrow und Ludwigslust-Parchim

Stand: 24.10.2020 11:17 Uhr

Nach dem Corona-Ausbruch an einem Gymnasium in Güstrow hat der Landkreis Rostock die Corona-Vorschriften für die betroffene Region verschärft.

In Güstrow gelten vorerst strengere Corona-Regeln. Der Landkreis hat zwei Allgemeinverfügungen erlassen, um das Infektionsgeschehen lokal einzudämmen. Sie betreffen die Schüler sowie die Stadt Güstrow und das Amt Güstrow-Land, teilte ein Sprecher des Landkreises am Freitag mit. In Güstrow und im Amt Güstrow-Land sind in den zurückliegenden sieben Tagen 27 Corona-Infektionen festgestellt worden, was einer sogenannten Inzidenz von 60 Infektionen je 100.000 Einwohner entspricht.

Zusammenkünfte großer Gruppen bis auf Weiteres untersagt

In der Region dürfen sich ab sofort nur noch maximal 15 Menschen in privaten Räumlichkeiten oder unter freiem Himmel treffen. Private Treffen mit mehr als 25 Personen in Gaststätten sind ebenfalls untersagt. In allen Einkaufszentren und auf Märkten muss eine Mund-Nase-Bedeckung getragen werden. Ausgenommen sind Kinder vor Schuleintritt und Menschen mit medizinischen Beeinträchtigungen. Für die Schüler des betroffenen Gymnasiums wurde dem Sprecher zufolge je nach Infektionsrisiko Quarantäne oder eine Kontaktreduzierung angeordnet. 23 Schüler, zwei Lehrkräfte und eine Person aus dem Umfeld seien als coronainfiziert gemeldet. Aus der Testreihe an der Schule würden am Sonnabend und Sonntag weitere Ergebnisse erwartet.

Ermittlungen nach Geburtstagsfeier mit 90 Gästen

In der Pressemitteilung heißt es weiter, das Gesundheitsamt ermittle aktuell auch wegen einer Geburtstagsfeier mit 90 Gästen am Freitag vor einer Woche. Unter ihnen ist demnach ein Schüler, der inzwischen positiv getestet wurde, zwei weitere Covid19-Infektionen wurden festgestellt. Die 90 Gäste sind dem Gesundheitsamt bekannt, sie unterstützen die Ermittlungen. Alle wurden unter Quarantäne gestellt, ein Abstrich ist angeordnet.

Auch Ludwigslust-Parchim zieht die Zügel an

Auch im Landkreis Ludwigslust-Parchim gelten inzwischen verschärfte Corona-Einschränkungen. Der Kreis reagierte damit auf steigende Infektionszahlen. Auf privaten Feiern in Gaststätten dürfen nur noch 25 Menschen zusammen kommen, zu Hause in der eigenen Wohnung nur noch 15. Außerdem wird die Maskenpflicht verschärft. Dies gelte überall dort, wo Menschen länger und näher zusammen sind - beispielsweise in Einkaufszentren und auf Wochenmärkten auch im Freien. Die Maßnahmen sind eigentlich erst ab einer Sieben-Tages-Inzidenz von 35 vorgesehen. So lange wolle man aber nicht warten, sagte Landrat Stefan Sternberg (SPD) im NDR Nordmagazin. "Wir haben die Fälle der letzten Tage ausgewertet." Es gelte zu verhindern, dass der Landkreis in die nächsten "Ampelstufen" hineingerate und noch strengere Maßnahmen ergriffen werden müssten.

Weitere Informationen
Soldaten der Bundeswehr helfen der Region Hannover bei der Nachverfolgung von Infektionsketten von dem Coronavirus. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Corona in MV: Nachverfolgung teilweise nicht mehr möglich

Derzeit werden laut Gesundheitsminister Glawe 36 Corona-Patienten in Kliniken behandelt - sechs auf Intensivstationen. mehr

Landrat sieht Familienfeiern als Problem

Als zentrales Problem sieht Sternberg Familienfeiern. "Wir merken, dass wir ganz große Angriffsflächen haben. Wir sind immer mehr in der Nachverfolgung." Bei solchen Feiern kämen oftmals bis zu 75 Personen aus verschiedenen Regionen zusammen. Ist dann nur ein Positiv-Getesteter unter den Personen, gelten alle übrigen Teilnehmer der Feier als Erstkontakte. "Bis wir mit der Ermittlung so weit sind, sind manchmal zwei bis drei Tagen vergangen. Dann haben wir riesige Gruppen, die wir nachverfolgen müssen." Die Einschränkungen sollen zunächst bis zum 15. November gelten. Der Landkreis mit rund 212.000 Einwohnern hat nach Angaben einer Sprecherin derzeit 98 aktive Corona-Fälle, 500 Menschen sind demnach derzeit in Quarantäne.

Weitere Informationen
Bei einer Frau wird ein Corona-Abstrich in der Nase gemacht. © picture alliance Foto: Daniel Bockwoldt

Corona-News-Ticker: Inzidenz in MV jetzt bei mindestens 55,3

Der Wert dürfte noch höher liegen, denn erneut fehlen die Daten aus Schwerin und Ludwigslust-Parchim. Mehr Corona-News im Live-Ticker. mehr

Corona in MV
Zwei Schüler sitzen im Unterricht in einem Klassenraum und tragen eine medizinische Maske © picture alliance / Eibner-Pressefoto Foto: Fleig / Eibner-Pressefoto

Mehrere Tage "gelb": Schärfere Corona-Regeln in Rostock

Die verschärften Maßnahmen betreffen insbesondere Testpflichten für ungeimpfte Erwachsene und die Maskenpflicht an Schulen. mehr

Stufenkarte nach risikogewichteten Kriterien für Mecklenburg-Vorpommern vom 17. Oktober 2021. © NDR

Corona in MV: 48 neue Fälle, sechs von acht Regionen "gelb"

Die landesweite Hospitalisierungs-Inzidenz sinkt auf 1,5. Die Corona-Ampel stuft zwei Regionen weiterhin als "grün" ein. mehr

Greifswald: Krankenschwestern und Pflegekräfte arbeiten im besonders geschützten Teil der Intensivstation des Universitätsklinikums Greifswald mit Corona-Patienten. © dpa-Bildfunk Foto: Jens Büttner

So ist die Corona-Lage in den Kliniken in MV

Verhältnismäßig wenig Menschen liegen mit einer Corona-Infektion im Krankenhaus. Die Kliniken stellen sich aber auf steigende Patientenzahlen ein. mehr

Eingangsbereich des Piraten Open-Air-Theaters © picture alliance/dpa Foto: Jens Büttner picture alliance/dpa

Keine Zukunft für das Piraten Open Air Grevesmühlen?

Die Zukunft des Piraten Open Airs in Grevesmühlen scheint ungewiss. Grund dafür sind mögliche strenge Auflagen und zu hohe Kosten. mehr

Service
Smartphone Telefon-Tastatur. © iStockphoto Foto: Krystian Nawrockii

Bürgertelefone zum Coronavirus

Ministerien, Behörden und Verbände in Mecklenburg-Vorpommern haben Bürgertelefone und Hotlines für Fragen zum Coronavirus geschaltet. Hier finden Sie eine Übersicht. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 23.10.2020 | 05:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Eine KI-Wissenschaftlerin des Landeskriminalamt Niedersachsen arbeitet an Computerbildschirmen. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

Cyberangriff: Bürgerbüros in Westmecklenburg am Montag geschlossen

Nach der Attacke auf die Server eines IT-Dienstleisters prüfen Fachleute weiterhin, wie groß der Schaden ist. mehr