Stand: 26.05.2020 06:36 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Streik bei Entsorger: Volle Mülltonnen in der Seenplatte

Vor der Remondis-Niederlassung Neustrelitz stehen drei Männer mit gelben Warnwesten. An einem weißen Kastenwagen hängt eine Ver.di-Flagge. © Heike Becker Foto: Heike Becker
Die Gewerkschaft ver.di fordert einen deutlich höhren Stundenlohn.

Die Mitarbeiter des Müllabfuhrunternehmen Remondis Seenplatte Logistik haben für einen Tag die Arbeit niedergelegt. In mehr als 1.000 Haushalten blieb der Müll stehen. Die Gewerkschaft ver.di hatte die rund 150 Beschäftigten der Remondis Seenplatte Logistik GmbH zum Streik aufgerufen, dem etwa 100 Beschäftigte gefolgt sind. Gestreikt wurde mit Streikwachen vor den Betriebstoren an den Standorten Möllenhagen, Neustrelitz und Malchin. Einzelne Entsorgungsfahrzeuge fuhren dennoch von den Höfen. Vor allem Fahrer in der Probezeit und bei Leiharbeitsfirmen Beschäftigte beteiligten sich nicht am Streik.

Gewerkschaft fordert Ausgleich früheren Verzichts

Laut ver.di liegen die Löhne bei Remondis deutlich unter denen von vergleichbaren Betrieben in der Region. Die Gewerkschaft fordert deshalb ein deutliches Plus je nach Länge der Betriebszugehörigkeit auf einen Stundenlohn von bis zu 14 Euro. "Die Mitarbeiter fordern gleichen Lohn für gleiche Arbeit", so der Betriebsratsvorsitzende Karsten Köstler. Die Beschäftigten hätten vor vier Jahren auf Lohnerhöhungen verzichtet. Damals hatte Remondis das Vorgängerunternehmen übernommen. Remondis habe zugesagt, das Entgegenkommen bei den nächsten Verhandlungen nicht zu vergessen. Dies werde jetzt eingefordert, so ein ver.di-Sprecher.

Remondis verweist auf Corona-Krise

Der Arbeitgeber bietet 1,2 Prozent mehr Gehalt pro Jahr, doch das ist den Mitarbeitern zu wenig. Ihre Kollegen bei der Muttergesellschaft würden für die gleiche Arbeit im Schnitt etwa 400 Euro mehr verdienen, hieß es. Remondis hält die Forderungen für überzogen und verweist auf eine angespannte wirtschaftliche Situation im Zuge der Corona-Krise. Vor allem Einnahmen durch Gewerbeabfälle seien weggebrochen. Ausgenommen von den Streiks an der Seenplatte ist der Großraum Neubrandenburg. Dort ist ein anderes Remondis-Unternehmen für die Müllentsorgung zuständig. Die Tarifverhandlungen wurden abgebrochen. Sollte Remondis kein besseres Angebot vorlegen, soll der Arbeitskampf nach Informationen von ver.di weitergehen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 26.05.2020 | 06:30 Uhr

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