Zwei Schüler mit Mundschutz schauen auf ein Tablet. © imago images Foto: imago images / Westend61

Stralsund macht Schulen fit für die Digitalisierung

Stand: 13.11.2020 15:26 Uhr

Um die Schulen besser für die Digitalisierung fit zu machen, hat die Stadt Stralsund etwas landesweit bislang Einzigartiges organisiert: 16 ehrenamtliche IT-Coaches helfen bei Fragen und Problemen.

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Experten als Ansprechpartner vor Ort

Die IT-Coaches sollen die Lehrkräfte unterstützen, möglichst einmal pro Woche für eine Stunde. Laut Stralsunds Schulamtsleiterin Sonja Gelinek braucht besonders die Belegschaft dringend technische Beratung und Begleitung. Schon seit dem letzten Lockdown im Frühjahr hat sich die Stadt zusammen mit den Stadtwerken dafür engagiert, für die Schulen mobile Endgeräte zu besorgen, Internetverbindungen aufzubauen und zu verbessern. Und um die Mitarbeiter zu schulen und zu motivieren, das Ganze auch zu nutzen, sind die ehrenamtlichen IT-Coaches die Ansprechpartner vor Ort.

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Weitere Helfer gesucht

Die IT-Coaches sind von jung bis alt alles Personen, die sich für IT und Computer interessieren. Es sind nicht nur Experten mit dabei, die das auch beruflich machen, sondern meist Hobby-ITler. Einer von ihnen ist Timo Herle. Er ist selbstständig und betreut derzeit zwei Schulen. Er hilft bei Fragen wie: Was brauche ich? Wie installiere ich Programme? Wie kann ich ein PDF generieren? Es sind meist Basis-Fragen, die der IT-Coach klärt und in die richtigen Zusammenhänge setzt. Herle zeigt den Lehrer auch, welche Möglichkeiten die verschiedenen Medien bieten. Und er motiviert die Hilfesuchenden, diese Medien auch zu nutzen. Und genau dafür sucht Stralsund noch weitere ehrenamtliche Coaches. Je mehr desto besser, heißt es von der Stadt, denn so kann die Digitalisierung aller Schulen schneller gelingen.

Projekt bewährst sich bereits

Das Projekt hat sich nach Ansicht der Stadt schon heute bewährt, denn so konnten an mehreren Schulen die Schüler, die in Quarantäne mussten, schon über digitale Wege am Unterricht teilnehmen. In der kommenden Woche heißt es zum Beispiel auch an der Integrierten Gesamtschule Grünthal: Distanzunterricht. Dort gab es einen Corona-Ausbruch. Und nach Angaben eines Kreissprechers können die Infektionsketten nicht mehr zurückverfolgt werden. Deswegen gilt nun vorerst für eine Woche die digitale Lösung. Das gelingt über die neue Schul-Cloud. Und so bewährt sich schon, dass ein IT-Coach Schüler und Lehrer auf so eine Situation vorbereitet hat.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 13.11.2020 | 15:00 Uhr

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