Stand: 27.07.2020 11:13 Uhr

Stralsund: Skelette bei Grabungen gefunden

Jörg Ansorge, Archäologe und Grabungsleiter vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern, untersucht ein Skelettfunde im ehemaligen Katharinenkloster. © dpa Foto: Stefan Sauer
Etwa 30 Skelette bestatteter Menschen haben Archäologen im ehemaligen Katharinenkloster in Stralsund entdeckt.

Bei Grabungen am Stralsunder Meeresmuseum haben Archäologen einen überraschenden Fund gemacht. Im Garten des ehemaligen Katharinenklosters stießen sie auf rund 30 Skelette von bestatteten Menschen. Nach Einschätzung des Grabungsleiters handelt es sich bei den Toten um Opfer einer Explosion im 18. Jahrhundert. Bei vielen von ihnen fehlten Körperteile wie Arme oder Beine, auch waren sie oft zu zweit oder zu dritt in die Särge gelegt worden.

Stadtarchiv: Menschen sind bei Explosion gestorben

Den Aufzeichnungen des Stadtarchivs zufolge waren am 12. Dezember 1770 am damals etwa zweihundert Meter entfernten Pulverturm Dutzende Zentner Schwarzpulver in die Luft gegangen. Auslöser dafür soll offenbar die Unachtsamkeit schwedischer Besatzungssoldaten gewesen sein.

Fachleute finden auch alten Siegelstempel

Bei den Ausgrabungen ist auch ein aufwendig gearbeiteter, teilweise vergoldeter Siegelstempel eines Dominikanermönches aus dem späten 13. oder frühen 14. Jahrhunderts gefunden worden. Grund für die fast abgeschlossenen archäologischen Grabungen ist die geplante Erweiterung des Meeresmuseums im Kloster in den kommenden zwei Jahren.

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, die Archäologen hätten rund einhundert Skelette gefunden. Richtig ist, dass bei der Explosion am Pulverturm um 1770 rund einhundert Menschen ums Leben gekommen waren. Bei den aktuellen Grabungen waren jedoch lediglich 30 Skelette entdeckt worden. Wir bedauern den Fehler.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 27.07.2020 | 11:00 Uhr

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