Räumlichkeiten im ehemaligen Katharinenkloster. © Silvana Mundt Foto: Silvana Mundt

Stralsund: Gähnende Leere im Meeresmuseum

Stand: 27.05.2021 13:32 Uhr

Es ist ein Anblick, den es so vielleicht zuletzt vor 70 Jahren gab, bevor die alten Klosterhallenmauern ein Museum aufnahmen. Die rund 70 Meter tiefe Halle des Katharinenklosters in Stralsund, in dem sich das Deutsche Meeresmuseum befindet, ist wegen des Umbaus leer - lediglich unterbrochen von Säulen, die das Dach der 700 Jahren alten Katharinenhalle stützen.

von Silvana Mundt, NDR 1 Radio MV

Das Deutsche Meeresmuseum Stralsund ist fast komplett leergeräumt: Die bunten Fische, Quallen und Korallen sind umgezogen in Quarantäne-Aquarien abseits von Baulärm und Staub. Die Präparate von Eisbären, japanischer Riesenkrabbe und Robben, die Vitrinen und Schiffsmodelle sind abgebaut und sicher verstaut. Nur das Stabwerk, das in den frühen 1970er-Jahren eingebaut wurde, um die hohe Klosterhalle in Etagen zu unterteilen, ist noch unberührt. Später soll es größere Öffnungen im Stabwerk geben, damit die Besucher die Ausmaße des Hallengewölbes besser wahrnehmen können.

Die Abbrucharbeiten laufen auf Hochtouren

Wenn der Presslufthammer über den Boden springt, um den hartnäckigen Kleber der alten Fußböden zu lösen, versteht man sein eigenes Wort nicht mehr. Im halbrunden Chor der Katharinenhalle ist der alte Fußboden schon entfernt. Der Chorboden wird ca. 60 Zentimeter tiefer gelegt und auf das Niveau der Katharinenhalle angeglichen, damit Besucher später barrierefrei die Ausstellung erkunden können. Bauleiter Birger Laue sagt, sie seien am Buddeln, aber spektakuläre Dinge hätten sie noch nicht gefunden. Bauleiter Laue geht davon aus, dass das Gros der Abbrucharbeiten in etwa 14 Tagen beendet sein wird und dann soll es mit den Rohbauarbeiten weitergehen.

Großes Gerät für großes Aquarium

Nach den Beton- und Maurerarbeiten wird es spannend, denn dann kommt großes Gerät auf die Baustelle. Auf dem Hof des Meeresmuseums soll ein neues Großaquarium entstehen - die Scheibe soll doppelt so hoch werden wie die des größten Aquariums im Ozeaneum. Dafür muss ein riesiges Fundament ausgehoben werden. Das wird eine echte Herausforderung, meint der Bauleiter. Im Haus ist der Zugang zur neuen Attraktion schon beräumt. Für die Besucher wird es durch den ehemaligen Tiefseebereich gehen.

Hier muss die Außenwand des historischen Gebäudes geöffnet werden. Die bereits bestehende Öffnung in der Wand, durch die es früher ins Fluchttreppenhaus ging, wird wieder geschlossen. Sie ist zu eng und eignet sich nicht für den Weg zum Großaquarium. Der Zugang wandert etwas weiter nach rechts, dafür müssen die Fenster an der hinteren Wand weichen.

Reise rund um den Globus

Im Mai 2023 sollen die Besucher dann dort ein riesig großes, karibisches Korallenriff entdecken, an dem sie heruntergeführt werden zu den Aquarien, die wieder im Gewölbekeller zu finden sein werden. Dort wird eine Reise entlang des Äquators beginnen. Einmal um den ganzen Globus. Start ist in der Karibik und dann geht es entlang des Äquators nach Amerika, Südamerika, Mittelamerika, nach Indonesien, ins Korallendreieck bis ins Rote Meer und dann tauchen die Besucher wieder auf. In zwei Jahren soll es soweit sein.

Weitere Informationen
Blick auf die Ausstellung des Meeresmuseums Stralsund im ehemaligen Katharinenkloster. © Meeresmuseum Stralsund Foto: Johannes-Maria Schlorke

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 27.06.2020 | 16:40 Uhr

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