Stand: 03.07.2020 09:42 Uhr

Störtebeker Festspiele kämpfen ums Überleben

Auf der Naturbühne Ralswiek wird an den Kulissen der Feste Stockholm für die Störtebeker-Festspiele 2014 gearbeitet. © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer
Die blauen Sitzreihen beliben in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie leer.

Die Störtebeker Festspiele in Ralswiek auf Rügen (Landkreis Vorpommern-Rügen) müssen aufgrund der Corona-bedingten Einschränkungen für die Kulturbranche in diesem Jahr an ihre eisernen Reserven. Normalerweise würde Anna Theresa Hick, Geschäftsführerin der Störtebeker Festspiele, jetzt den Mythos der alten Vitalienbrüder aufleben lassen. Doch in diesem Jahr bleiben die blauen über 8.000 Sitzschalen leer, Stille liegt über dem Areal. Denn voraussichtlich bis Oktober darf hier kein Störtebeker mehr für Gerechtigkeit kämpfen.

"Ein finanzieller Totalausfall"

Für die Kulturbranche gelten nach wie vor Beschränkungen und Verbote, die für viele Beschäftigte in diesem Bereich nahezu ein Berufsverbot darstellen. Für die Naturbühne Ralswiek wird die Absage der Störtebeker Festspiele wirtschaftlich bedrohlich. Die neue Kulisse ist nahezu fertiggestellt - aufwendig mit eigens angefertigtem Graben, einer Klappbrücke und einem wie eine Schublade ausfahrbaren Haus gestaltet. Das Buch und Regie sind komplett vorbereitet. Aber proben konnte das Ensemble schon nicht mehr. "Es ist ein finanzieller Totalausfall", so Hick. Alle Ausgaben seien getätigt, man sei bereit für die Produktion, so Hick weiter. Sie blickt mit Sorge in die Zukunft der Festspiele. "Wir gehen jetzt an unsere Rücklagen", so Hick, aber die Frage sei, wie lange diese halten.

Ein Ensemble in Kurzarbeit

Die Corona-Soforthilfen seien angesichts der Herausforderungen ein Tropfen auf den heißen Stein. Für den Theaterbetrieb habe Hick auch noch keine Hilfen bekommen. Rund 450 Mitarbeiter beschäftigen die Festspiele während der Saison. Jetzt ist, bis auf einige Haustechniker, niemand mehr da. Viele Saisonkräfte mussten sich andere Jobs suchen. Die gebuchten Schauspieler bekommen wie die anderen Festangestellten Kurzarbeitergeld. Regisseur Marco Bahr bekommt dagegen nichts. Er ist einer von denen, die hier auf Honorarbasis arbeiten. Jetzt bekommt er nicht einmal Soforthilfe. Wie alle in Ralswiek hofft er nun auf das nächste Jahr. Störtis Kulissen sind jedenfalls winterfest.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 03.07.2020 | 07:00 Uhr

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