Die Müll- und Klärschlamm-Verbrennungsanlage in Stavenhagen. © NDR

Stavenhagen: Bau der Klärschlammanlage steht bevor

Stand: 20.05.2021 14:31 Uhr

Der Bau der Klärschlamm-Verbrennungsanlage in Stavenhagen könnte schon in den nächsten Tagen beginnen, obwohl er von der Stadtvertretung abgelehnt worden war. Die Firma EEW als Investor hat einen vorzeitigen Baubeginn bei den Behörden beantragt.

Der Bau der Klärschlamm-Verbrennungsanlage in Stavenhagen könnte - trotz ablehnender Haltung der Stadtvertretung - in den nächsten Tagen beginnen. Die Firma EEW hat als Investor einen vorzeitigen Baubeginn beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) beantragt. Denn das ist maßgebend für eine Genehmigung. Ein Sprecher von EEW sagte, dass die Entscheidung über den Bauantrag zu lange dauern würde, vor allem, weil der Bau einer neuen Anlage aufgrund gesetzlicher Regelungen notwendig sei. Das Unternehmen betreibt in Stavenhagen bereits eine Anlage, in der die Abfälle aus dem gesamten Osten Mecklenburg-Vorpommerns verbrannt werden. Klärschlämme müssen jedoch separat verbrannt werden, wenn aus ihnen Phosphor recycelt werden soll.

Amt sieht keinen Grund, Baubeginn zu verweigern

160.000 Tonnen Klärschlamm sollen in der geplanten Klärschlamm-Verbrennungsanlage getrocknet und anschließend verbrannt werden. Ein Sprecher des Stalu teilte mit, dass es derzeit keine Gründe gebe, den vorzeitigen Baubeginn zu verweigern. Eine Entscheidung ist jedoch noch nicht gefallen. Stavenhagens Stadtvertreter lehnen den Bau der Anlage allerdings weiterhin ab. Mit drei Ja-Stimmen und zehn Nein-Stimmen hatte die Stadtvertretung im Juni 2020 gegen den Bau gestimmt. Die größte Befürchtung der Stadtvertreter war, dass zu viele Lkw durch Stavenhagen fahren. Denn es gibt dort schon mehrere große Firmen, die auf Lkw-Transporte angewiesen sind. Zudem will der Bund vor dem Jahr 2030 keine Umgehungsstraße bauen.

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Klärschlamm © NDR Foto: Screenshot

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 20.05.2021 | 14:33 Uhr

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