Regale mit Stasiakten in der Außenstelle Rostock des Bundesbeauftragten für Stasi-Unterlagen © picture alliance / ZB Foto: Bernd Wüstneck

Stasi-Akten: Rostock soll zentraler Standort für MV werden

Stand: 19.11.2020 12:00 Uhr

Nach einem Beschluss des Bundestags werden die Stasi-Unterlagen ab Mitte nächsten Jahres in das Bundesarchiv überführt. In Mecklenburg-Vorpommern könnte Rostock ein zentraler Archivstandort werden.

Die Abgeordneten im Bundestag in Berlin stimmten am Donnerstag über die weitere Zukunft der Stasiakten ab. Sie werden Mitte nächsten Jahres in das Bundesarchiv überführt. In Mecklenburg-Vorpommern wird sich für alle Menschen, die ihre Akten lesen, ebenso wie für Journalisten und Wissenschaftler erst einmal wenig ändern.

Machbarkeitsstudie steht noch aus

Die Akten bleiben zugänglich und zunächst auch dort, wo sie sind. Das Gesetz sieht vor, dass die Außenstellen in Görslow bei Schwerin und Neubrandenburg weiter offen bleiben - für Beratung und politische Bildung. Doch in Zukunft soll es im Land nur noch ein zentrales Archiv geben. Der Bund hat sich nun auf Rostock als Standort festgelegt. Allerdings liegt eine ergebnisoffene Machbarkeitsstudie für einen geeigneten Standort bislang noch nicht vor, teilte die zuständige Bundesanstalt für Immobilienaufgaben auf Nachfrage von NDR 1 Radio MV mit. Im Sommer noch hat Michael Hollmann, Chef des Bundesarchivs, bei einer Experten-Anhörung zur Eile gemahnt - wegen des schlechten Zustands vieler Akten.

30 Jahre nach der Deutschen Einheit hat der Bundestag am Donnerstag auch beschlossen künftig die Stelle eines SED-Opferbeauftragten zu besetzten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 19.11.2020 | 15:00 Uhr

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