Stand: 07.09.2020 13:05 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Sperrung der B109 - Geduldsprobe für Autofahrer

Sanierungsarbeiten auf der vielbefahrenen B109 in Vorpommern stellen die Geduld von Autofahrern in den kommenden Tagen auf eine harte Probe. Von heute an ist die Hauptverkehrsstraße zwischen Greifswald und Anklam in Höhe Karlsburg voll gesperrt. Gerade im Feierabendverkehr kommt es zu langen Staus an der Peenebrücke - auch hier wird gebaut und saniert.

VIDEO: Dicker Verkehr rund um Anklam (2 Min)

Immer weniger Zeit für Baumaßnahmen

Der Chef des zuständigen Straßenbauamtes Neustrelitz, Jens Krage, sagte NDR 1 Radio MV, dass die Zeitfenster für solche Baumaßnahmen immer kleiner werden - zum einen wegen Absprachen mit den Tourismusverbänden, nicht in den Ferien zu bauen - andererseits sinken die Temperaturen allmählich und die Arbeiten müssen abgeschlossen sein, bevor es Winter wird.

Zustand der Fahrbahnen "duldet keinen Aufschub"

Auf die Frage, ob man die B109 und die Brücke nicht in verschiedenen Jahren hätte sanieren können, sagte Krage, dass die Fahrbahnen in einem sehr schlechten Zustand gewesen seien. Das Amt müsse die Verkehrssicherheit der Bundesstraßen gewähleisten, das dulde keinen Aufschub. Aktuell gebe es auch deshalb so viel Stau, weil durch Corona mehr Menschen in Deutschland Urlaub machten - deswegen sei das Verkehrsaufkommen nach wie vor hoch.

Besondere Rücksicht auf Anwohner

Anwohner seien über Zufahrten informiert worden, auch der Schülerverkehr sei zumindest morgens dort gesichert. Menschen, die an der B109 leben sind ein Grund dafür, warum nicht am Wochenende oder nachts saniert wird - dafür wäre die Lämbelästigung den Experten zufolge zu hoch.

Auswirkungen auf regionale Wirtschaft

Nach Einschätzung des Bürgervorstehers der Stadt Anklam, Andreas Brüsch, haben die Staus inzwischen Auswirkungen auf die Stadt und das Gewerbe. Brüsch schreibt in einem Brandbrief an die Landesregierung: Durch Staus von mehr als einer Stunde rund um Anklam würden Touristen und Kunden wegbleiben - Gewerbetreibende hätten inzwischen Umsatzeinbußen von mehr als 40 Prozent, es käme zu Entlassungen.

Auswirkungen auf Zuckerfabrik in Anklam

Betroffen ist auch die Zuckerfabrik in Anklam - von Dienstag an rollen da die Rübenlaster, viele werden sicher auch im Stau stehen. Eine Sprecherin der Fabrik sagte, das werde Auswirkungen auf die Anlieferung haben, möglicherweise würden Spediteure mehr Fahrzeuge einsetzen müssen, um die entsprechende Menge im Zeitplan nach Anklam liefern zu können.

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 07.09.2020 | 12:00 Uhr

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