Stand: 12.02.2019 16:00 Uhr

Sozialer Wohnungsbau künftig zweistufig

Das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützt den sozialen Wohnungsbau künftig finanziell über zwei Wege mit unterschiedlichen Mietstufen. Das sagte Bauminister Christian Pegel (SPD) bei der Vorstellung der neuen Förderrichtlinie am Dienstag in Schwerin und kündigte zudem an, die bisherige Förderung aufzustocken. In diesem Jahr stehen rund 21 Millionen Euro für den sozialen Wohnungsbau zur Verfügung. Damit würden breitere Bevölkerungsschichten als bisher Zugang zum geförderten Mietwohnungsmarkt erhalten.

Wohnberechtigungsschein ist Voraussetzung

Als Reaktion auf gestiegene Grundstücks- und Baupreise werden die staatlichen Investitionszuschüsse angehoben. Demnach gewährt das Land Zuschüsse von maximal 850 Euro je Quadratmeter, wenn eine Mietobergrenze von 6,00 Euro pro Quadratmeter garantiert wird. Außerdem stellt das Land in einer neu eingeführten Förderkategorie Zuschüsse von bis zu 700 Euro je Quadratmeter bereit, wenn der Mietpreis 6,80 Euro pro Quadratmeter nicht überschreitet. Damit könnten in Städten mit knappem Wohnungsangebot auch Familien mit mittlerem Einkommen von der staatlichen Unterstützung profitieren, meint Pegel. In jedem Falle sei die Vergabe der Wohnungen aber an einen Wohnberechtigungsschein geknüpft. Die Linke begrüßte die Richtlinienänderung. Endlich würden neben Sozialwohnungen auch Wohnungen mit etwas höheren Mieten gefördert.

Akuter Mangel in Rostock und Greifswald

Wohnungsmangel herrscht insbesondere in den Universitätsstädten Rostock und Greifswald, außerdem in Wismar, Neubrandenburg, Bad Doberan und Waren sowie in Badeorten an der Ostsee. Mietervereine gehen davon aus, dass im Land Hunderte wenn nicht Tausende neue Wohnungen gebaut werden müssten. Landesweit gibt es 5.300 Sozialwohnungen im Bestand. Mit den Mitteln könnten pro Jahr 300 bis 400 neue Wohnungen gefördert werden.

Weitere Informationen

MV will sozialen Wohnungsbau stärker fördern

24.12.2018 14:00 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern will mehr für den sozialen Wohnungsbau tun. Nach Angaben des Bauministers soll die Mietobergrenze für eine staatliche Förderung auf sechs Euro steigen. mehr

Soziale Spaltung: Städte in MV besonders betroffen

23.05.2018 17:00 Uhr

Hartz IV-Empfänger leben in bestimmten Wohngebieten immer öfter unter sich. Nach einer Studie führen Rostock und Schwerin die Entwicklung an. Hier leben Arm und Reich stark voneinander getrennt. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 12.02.2019 | 16:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

03:50
Nordmagazin
00:41
Nordmagazin