Stand: 23.10.2018 19:25 Uhr

Sorge in Wolgast wegen Sanktionen gegen Saudis

Im Fall eines Auslieferungsstopps für die auf der Wolgaster Peene-Werft gebauten Küstenschutzboote für Saudi-Arabien sieht die Gewerkschaft IG Metall Küste das Unternehmen und die Politik in der Pflicht. Es gelte, Standort und Beschäftigung zu sichern, sagte der Schiffbauexperte der Gewerkschaft, Heiko Messerschmidt, NDR 1 Radio MV.

Eingang des Firmenkomplexes der Peene-Werft

Rüstungsstopp: Peene-Werft in Sorge

Nordmagazin -

Die Wolgaster Peene-Werft arbeitet seit zwei Jahren an Küstenschutzbooten für Saudi-Arabien. Seit dem Auslieferungsstopp wächst die Sorge, dass das Geschäft komplett wegbrechen könnte.

3 bei 4 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Gewerkschaft fordert Aufträge durch Deutsche Marine

Eine Entscheidung der Bundesregierung für einen Rüstungsexportstopp sei zu akzeptieren, aber dann seien Alternativen nötig, damit es weiter Arbeit auf der Werft gebe, so Messerschmidt weiter. Der Bund könne zum Beispiel Schiffe für die Deutsche Marine bei der zur Lürssen-Gruppe gehörenden Werft bestellen. Das habe die Gewerkschaft schon immer gefordert. Außerdem sei Lürssen in der Lage, auch im zivilen Bereich Schiffe zu bauen. Die IG Metall Küste steht nach Angaben Messerschmidts in engem Austausch mit den Betriebsräten auf der Werft.

Bürgermeister: Bis zu 2.000 Menschen betroffen

300 Mitarbeiter arbeiten in Wolgast an den Aluminium-Booten für die saudische Küstenwache. Im Vergleich zu den knapp 50 Werftarbeitern, die Schiffsteile für die Deutsche Marine bauen, machen sie den größten Teil der Belegschaft aus. Nach Ansicht des Wolgaster Bürgermeisters Stefan Weigler wären inklusive Mitarbeitern von Zulieferbetrieben und Angehörigen bis zu 2.000 Menschen von einem Ausfuhrstopp bestehender Aufträge betroffen. Auch Weigler appellierte an die Regierungen von Bund und Land, den Erhalt der Werft im Blick zu haben.

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) gab sich optimistisch, den Werft-Standort an der Peene zu erhalten, zum Beispiel mit Aufträgen für den Jachtbau.

Bundeswirtschaftsministerium fordert europäische Lösung

Bislang hat die Peenewerft 15 Patrouillenboote nach Saudi-Arabien exportiert. Für zwei weitere liegt eine Ausfuhrgenehmigung des Bundessicherheitsrates vor. Medienberichten zufolge soll der Auftrag über Hermes-Bürgschaften der Bundesregierung abgesichert sein. Ob aber der Bund auch Ausfälle für bereits gebaute Schiffe übernimmt, wenn diese nicht ausgeliefert werden können, ist bislang noch unklar.

Das Bundeswirtschaftsministerium verwies in der Exportstopp-Frage darauf, dass es eine europäische Lösung im Umgang mit Saudi-Arabien geben müsse. Es habe keinen Sinn, wenn ein Land keine Rüstungsexportgenehmigungen mehr erteile, dann aber andere Länder diese Lücke schließen würden.

Weitere Informationen

Rüstungsstopp: Landesregierung fordert Klarheit

Die rot-schwarze Landesregierung fordert vom Bund schnell Klarheit für die Peene-Werft in Wolgast. Hintergrund ist der mögliche Lieferstopp von Patrouillenbooten nach Saudi-Arabien. (22.10.2018) mehr

02:14
Nordmagazin

Rüstungsexportstopp: Unklarheit für Peene-Werft

22.10.2018 19:30 Uhr
Nordmagazin

Die Bundesregierung hat Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien gestoppt. Damit steht auch die Wolgaster Peene-Werft unter Beobachtung - sie baut Patrouillenboote für das Königreich. Video (02:14 min)

04:07
ZAPP

Was passierte mit Jamal Khashoggi?

17.10.2018 23:20 Uhr
ZAPP

Der saudische Publizist Jamal Khashoggi ist seit dem Betreten der saudischen Botschaft in Istanbul verschwunden. Mutmaßlich wurde er ermordet. Video (04:07 min)

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 23.10.2018 | 16:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

02:36
Nordmagazin

Wie geht es weiter mit dem Wolf?

19.11.2018 19:30 Uhr
Nordmagazin
03:34
Nordmagazin

Rüstungsexporte komplett gestoppt

19.11.2018 19:30 Uhr
Nordmagazin
02:40
Nordmagazin

Wismar: Jede Nacht kommen die Wildschweine

19.11.2018 19:30 Uhr
Nordmagazin