Stand: 29.08.2020 09:59 Uhr

Smartphones: Wenn Kinder Nacktbilder verschicken

Kind hält ein Smartphone in der Hand © NDR Foto: Kalina Nennstiel
Nacktfotos von Kindern und Jugendlichen zu fordern, sei kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat, warnt die Polizei. (Symbolbild)

Es kann der Chat in einer WhatsApp- oder Facebook-Gruppe sein oder der virtuelle Mitspieler bei Online-Spielen. Und es kann jedes Kind treffen. Plötzlich verlangt jemand Nacktbilder, teils sogar Nahaufnahmen des Intimbereichs des Kindes. In einem aktuellen Fall wurde eine erst Neunjährige zum Opfer, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Kinder machen oft die geforderten Aufnahmen, verschicken sie an fremde Personen oder stellen sie selbst ins Netz. Manchmal, weil sie sich unter Druck gesetzt fühlen, manchmal aber auch aus Unwissenheit darüber, dass das eben nicht legal ist. Etwa 35 solcher Fälle hat es im Bereich des Polizeipräsidiums Neubrandenburg in diesem Jahr bereits gegeben. Die Dunkelziffer wird viel höher geschätzt, sagte Polizeipressesprecherin Claudia Tupeit.

VIDEO: Nazi-Symbole und Gewalt - was posten Kinder? (3 Min)

Schulen für sexuellen Missbrauch sensibilisieren

Da es im Bereich des Polizeipräsidiums Neubrandenburg jüngst wieder zu dieser Form des sexuellen Missbrauchs eines Kindes per Chat gekommen ist, will die Polizei für dieses Thema sensibilisieren und insbesondere an Eltern appellieren. Kinder sollten über diese Form des Missbrauchs angesprochen werden, heißt es. Auch Kinder im Grundschulalter sollten offen darüber aufgeklärt werden, dass es Menschen gibt, die Aufnahmen fordern und diese womöglich kinderpornografisch nutzen. In Familien aber auch in Schulen sollte diese Form des Missbrauchs kein Tabuthema sein. Nacktfotos von Kindern und Jugendlichen zu fordern, sei kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat, warnt die Polizei.

Eltern sollten Handys der Kinder regelmäßig kontrollieren

In der Regel stoßen Eltern auf solche Aufnahmen oder Videos, weil sie diese zufällig auf den Handys der Kinder entdecken oder auch, weil sie bewusst die Handys kontrollieren. Zu genau solchen Kontrolle rät die Polizei Neubrandenburg Eltern - gerade bei noch jungen Kindern. Eltern sollten ihre Kinder nicht nur aufklären und die Handys regelmäßig kontrollieren, sondern auch bestimmte Apps oder Zugänge von vornherein sperren. Und: Damit das Kind in den ersten Schuljahren jederzeit für die Eltern von unterwegs erreichbar ist, reicht auch ein ganz simples Handy aus.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 29.08.2020 | 12:00 Uhr

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