Stand: 29.12.2019 10:27 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Jugendliche aus MV werben für "Bäume statt Böller"

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Ein Euro für einen neuen Baum in Mexiko und Silvester gemeinsam bei öffentlichen Feuerwerken erleben - dafür werben die Mitglieder von RUN.

Seit Wochen wird bundesweit diskutiert, ob privates Silvester-Feuerwerk vor dem Hintergrund der aktuellen Klimadebatte noch zeitgemäß ist. Bundesweit hat der Verkauf von Feuerwerk am Sonnabend begonnen.

150 Millionen Euro in der Luft

Jedes Jahr gehen bundesweit Raketen und Böller für rund 150 Millionen Euro in die Luft. Dabei wird in einer Nacht so viel Feinstaub freigesetzt, wie sonst 17 Prozent aller Fahrzeuge übers ganze Jahr im Straßenverkehr hinterlassen. Mirijam Rakel ist Schülerin aus Schwerin und freut sich nicht auf dieses Szenario: "Weil ich sehe, dass tagelang einfach Geld in die Luft geballert wird". Natürlich sei es schön anzuschauen, letztlich habe man aber nichts davon, auch der Umwelt tue es nicht gut, so die 16-Jährige. Tagelang liege der Müll auf den Straßen, das sei es ihr einfach nicht wert.

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Spenden statt böllern

Rakel hat Anfang Dezember den Rat für Umwelt und Nachhaltigkeit Mecklenburg-Vorpommern (RUN) mitgegründet. Schülerinnen, Auszubildende und Studenten wollen sich mit diesem Verein dauerhaft für Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen engagieren. Mit ihrem ersten Projekt unterstützen sie die Aktion "Bäume statt Böller" an Silvester. Die Jugendlichen werben dafür, das Geld nicht für Feuerwerkskörper auszugeben, sondern zu spenden und an öffentlichen Neujahrsveranstaltungen teilzunehmen.

Pro Euro ein Baum in Mexiko

Theresia Crone vom Umweltrat hofft auf viele Unterstützer. "Für jeden Euro, der an uns gespendet wird, wird ein Baum bei "Plant for the Planet - Bäume für Mexico" ein Baum gepflanzt. Unterstützt wird damit die Wiederaufforstung auf einem stiftungseigenen Grundstück auf der Yucatán-Halbinsel. Denn in Deutschland sei es schwer, dafür Flächen zu finden, sagt die Schwerinerin. Die Kampagne läuft vor allem über soziale Netzwerke, aber auch mit Plakaten werben die Jugendlichen für ihre Idee. "Lieber spenden statt knallen" ist ein höflicher Aufruf und Theresia Crone weiß, dass sie damit an Traditionen rütteln. Mit der Aktion plädieren die Jugendlichen dafür, neue Traditionen zu finden.

Öffentliche Feuerwerke stiften Gemeinsamkeit

Unter anderem die hohe Feinstaubbelastung wird immer wieder von Umweltschützern beklagt. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) etwa hatte rund 100 deutsche Städte - unter anderem Kiel, Hannover, Oldenburg, Rostock und Schwerin - aufgefordert, auf privates Feuerwerk zu verzichten. Immer mehr Städte in Deutschland bieten mittlerweile öffentliche Feuerwerke oder die von der DUH bevorzugten Lasershows an. In Städten wie Paris sind nur noch solche erlaubt .Das hat Mirijam Rakel im vergangenen Jahr erlebt: "Und dann standen und saßen alle auf den Dächern - es war unglaublich, eine Gemeinsamkeit, die echt schön ist." So gemeinsam lässt sich Silvester in den Städten im Norden bisher kaum feiern.

Feuerwerksverbote und öffentliche Feuerwerke

Nicht nur wegen der Umweltbelastung, sondern auch aus Sicherheitsgründen ist in einigen Städten im Norden das private Knallen verboten. So gibt es unter anderem Böllerverbotsszonen an der Hamburger Binnenalster, in der Hannoveraner Innenstadt, um die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten. Auf den nordfriesischen Inseln Sylt und Amrum und den Ostseeinseln Hiddensee, Rügen und auf dem Darß ist Feuerwerk das ganze Jahr über untersagt, um reetgedeckte Häuser zu schützen. An einigen Orten werden dafür jedoch öffentliche Feuerwerke angeboten. Beispielsweise in den Ostseebädern: Zempin, Ückeritz, Koserow, Göhren, Boltenhagen und Graal-Müritz laden zum Feuerwerk für alle an ihre Strände und Seebrücken.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 27.12.2019 | 12:49 Uhr

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