Stand: 26.08.2019 10:57 Uhr

Sicherheitsbehörden bewahren MV-Firma vor Betrug

Sicherheitsbehörden sind internationalen Cyber-Betrügern auf die Spur gekommen. (Symbolbild)

Sicherheitsbehörden haben durch aufwändige internationale Ermittlungen eine Firma aus Mecklenburg-Vorpommern vor einem großen Schaden durch Internetbetrüger bewahrt. Die Spur zu den Cyber-Kriminellen führte nach Hongkong, wie die Staatsanwaltschaft Stralsund, das Landeskriminalamt (LKA) Mecklenburg-Vorpommern und das Polizeipräsidium Neubrandenburg mitteilten. In dem Fall ging es um einen Rechnungsbetrag in Höhe von rund 300.000 Dollar, den die Betrüger durch die Manipulation einer E-Mail auf ein eigenes Konto "umleiteten".

Rechnung in E-Mail manipuliert

Die Firma aus dem östlichen Landesteil Mecklenburg-Vorpommerns stand laut den Ermittlern im Sommer 2018 im E-Mailverkehr mit einem ausländischen Handelspartner. Die elektronische Korrespondenz wurde offenbar von den Betrügern mitverfolgt. Es sei ihnen gelungen, eine Mail mit einer Rechnung abzufangen, den Rechnungsempfänger zu ändern und die so manipulierte Mail an die Firma in MV weiterzuleiten.

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Rückbuchung war nicht mehr möglich

Diese überwies den Geldbetrag auf das in der Rechnung angegebene Konto einer Firma in Hongkong und bestätigte die Überweisung an den asiatischen Handelspartner. Dem "echten" Handelspartner sei daraufhin die Unregelmäßigkeit aufgefallen. Obwohl die geschädigte Firma sofort ihre Haus- und die Empfängerbank in Hongkong über den Fehler informierte, war eine Rückbuchung nicht mehr möglich.

Länderübergreifende Ermittlungen

An diesem Punkt begannen die umfangreichen, mehrere Monate dauernden Ermittlungen. Neben der Polizei in Anklam und der Stralsunder Staatsanwaltschaft waren daran auch die Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) im LKA-MV, das Bundeskriminalamt (BKA), Interpol sowie über ein Rechtshilfeersuchen auch Sicherheitsbehörden in Hongkong beteiligt. Am Ende führten die Ermittlungen zu einer gerichtlichen Verurteilung der kontoführenden Firma in Hongkong - und zur Rücküberweisung des Betrags. Die Ermittlungen zu den Tatverdächtigen dauerten noch an, hieß es.

LKA: IT schützen, E-Mails verschlüsseln

Nach LKA-Angaben waren eine unzureichend geschützte IT-Infrastruktur und der unverschlüsselte E-Mail-Verkehr in den Unternehmen das Einfallstor für diesen Betrug. Die geschädigte Firma habe aber genau das Richtige getan, indem sie die ZAC verständigte. Das LKA rät Unternehmen, die IT-Sicherheit regelmäßig zu überprüfen, verschlüsselt zu kommunizieren und bei verdächtigen E-Mails auf die korrekte Schreibweise der Absenderadresse zu achten. "Dieser Fall zeigt eindrucksvoll, dass eine Rückholung von transferiertem Geld, wenn überhaupt, häufig nur unter großem Aufwand möglich ist", so die Sicherheitsbehörden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 26.08.2019 | 12:00 Uhr

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