Stand: 26.03.2019 11:21 Uhr

Seekanalvertiefung: Schifffahrtsamt stellt Pläne vor

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Derzeit können bei einer Fahrrinnentiefe von etwa 14,5 Metern nur Tanker mit einer Breite von etwa 40 Metern, 250 Metern Länge und einem Tiefgang von etwa 13 Meter den Überseehafen anlaufen. (Archivbild)

Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Stralsund stellt heute die Pläne für die Ausbaggerung des Seekanals Rostock vor. Damit größere Frachtschiffe den Rostocker Hafen anlaufen können, soll das Fahrwasser vertieft werden.

Anwohner sorgen sich um Lärmbelastung

Der sogenannte Seekanal zwischen dem Rostocker Überseehafen und der Ostsee vor Warnemünde ist rund 15 Kilometer lang und soll den Plänen zufolge auf seiner gesamten Länge ausgebaggert werden. Momentan können bei der derzeitigen Fahrwassertiefe von etwa 14,5 Metern Tanker von einer zunehmend üblichen Länge von 274 Meter Länge und einem Tiefgang von etwa 15 Metern den Überseehafen nicht anlaufen.

Vertiefung auf 17 Meter geplant

Im Ergebnis soll der ausgebaggerte Seekanal etwa 17 Meter tief werden. Insgesamt müssen dafür mehr als fünf Millionen Kubikmeter Sand und Gestein abtransportiert werden. Anwohner hatten in einer ersten Vorstellung des Vorhabens vor zwei Jahren ihre Sorgen über Lärm und Erschütterungen geäußert.

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Hohe Lärmbelastung erwartet

Eine Sprecherin des Schifffahrtsamtes teilte bereits im Vorfeld einer Informationsveranstaltung in Rostock-Hohe Düne mit, dass die Arbeiten voraussichtlich sehr geräuschintensiv werden. Gebäude am Ufer der Warnow seien durch die entstehenden Vibrationen allerdings nicht gefährdet, hieß es. Die Lärmbelästigung solle durch die Einschränkung der täglichen Bauzeiten gering gehalten werden. Die Arbeiten beginnen voraussichtlich im Jahr 2021.

Millionenschwere Investitionen in Hafeninfrastruktur

Bis Ende des Jahres sollen rund 40 Millionen Euro in die Entwicklung und den Ausbau der Hafeninfrastruktur fließen. Die Planungen sehen unter anderem ein zweites Abfertigungsgebäude für Kreuzschifffahrt und den Bau einer Landstromanlage in Warnemünde vor. Sie soll bis zum Jahr 2020 in Betrieb genommen werden. Zwei Jahre später soll dann auch das Terminal zum Umschlag von Flüssiggas (LNG) im Überseehafen Rostock fertig sein.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 26.03.2019 | 10:00 Uhr

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