Stand: 23.09.2020 16:55 Uhr

Schwimmende Windkraftanlage besteht Abnahme

Auf dem Greifswalder Bodden hat die Testphase für eine neue schwimmende Windkraftanlage begonnen. Inzwischen wurde 18 Meter der hohe Prototyp vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt abgenommen - damit sind nun alle nötigen Genehmigungen vorhanden. Der Bodden bietet ideale Testbedingungen für die Anlage: mit relativ kleinen Wellen und derzeit mäßig starken Winden. Das Doppelwindrad namens "Nezzy²" liegt etwa 650 Meter vor dem Hafen Vierow bei Brünzow und ist mit Leinen am Meeresboden verankert.

VIDEO: "Nezzy" im Greifswalder Bodden (2 Min)

"Nezzy²" könnte auch in tiefem Wasser eingesetzt werden

Die neue Offshore-Technik stammt vom Energieversorger EnBW und dem norddeutschen Ingenieurunternehmen aerodyn engineering. Die Anlage im Maßstab 1:10 besteht aus zwei Windrädern auf einer schwimmenden Plattform aus Betonfertigteilen. Sie war zuletzt drei Monate lang in einem Baggersee bei Bremerhaven getestet worden. In einem weiteren Test soll nun im Greifswalder Bodden untersucht werden, wie sie sich bei Wind und Wellen verhält. Strom werde noch nicht ins Netz eingespeist, hieß es.

Ziel: Neue Länder und Meeresflächen erschließen

Bislang werden Offshore-Windkraftanlagen mit feststehenden Fundamenten bei maximal 50 Metern Wassertiefe errichtet. Schwimmende Anlagen dagegen können auch in tieferem Wasser eingesetzt werden. "Neue Länder und Meeresflächen mit großen Wassertiefen kommen mit der neuen Technik künftig für Offshore-Windenergie in Frage", sagte die Leiterin Wind- und Maritime Technik bei EnBW, Hannah König.

Stralsunder Firma arbeitete an ähnlichem Projekt

Verlaufen die Tests in der Ostsee positiv, soll sich "Nezzy²" in voller Größe mit einer Leistung von 15 Megawatt Ende 2021 oder Anfang 2022 in China beweisen. Dort dann unter Bedingungen, wie sie später auch mal auf dem Atlantik oder Pazifik herrschen. Das ist der Markt, den das Energieunternehmen EnBW mit der Anlage erobern will. Ganz neu ist die Idee schwimmender Windkraftanlagen aber nicht: Bereits 2014 arbeitete eine Stralsunder Firma an einen ähnlichen Projekt, das aber auf Eis gelegt wurde.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 23.09.2020 | 08:30 Uhr

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