Manuela Schwesig (SPD), die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, spricht bei der Sitzung des Landtags zum Nachtragshaushalt. © dpa-Bildfunk Foto: Jens Büttner

Schwesig kündigt schärfere Corona-Maßnahmen an

Stand: 09.12.2020 12:59 Uhr

Am Tag nach dem Kabinettsbeschluss über schärfere Corona-Schutzmaßnahmen in Mecklenburg-Vorpommern hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) angekündigt, noch einen Schritt weitergehen zu wollen. Die Lockerungen über die Feiertage stehen offenbar in Frage.

von Stefan Ludmann, NDR 1 Radio MV

Die Corona-Krise hat auch die Debatte um den Nachtragshaushalt und die Rekord-Neuverschuldung im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern bestimmt. Ministerpräsidentin Schwesig hat am Mittwoch schärfere Corona-Schutzmaßnahmen über die Weihnachtstage und den Jahreswechsel angekündigt. Ähnlich wie zuvor Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Haushaltsdebatte im Bundestag rief auch Schwesig im Landtag zu mehr Anstrengungen im Kampf gegen die Pandemie auf.

Schwesig will Pflege- und Altenheime besser schützen

Eine zweite Corona-Welle aus Tschechien und bewege sich über Polen direkt auf Mecklenburg-Vorpommern zu. Vor den steigenden Corona-Zahlen könne man nicht die Augen verschließen, so Schwesig. Im Land gebe es immer mehr Menschen, die auf den Intensivstationen behandelt werden müssten. Schwesig sagte zu, Pflegeheime besser zu schützen. Es reiche nicht aus, die Zahl der Besuche pro Bewohner auf eine Person pro Tag zu reduzieren.

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Am 15. Dezember weitere Beratungen

Es müsse außerdem Schnelltests für diese Besucher und für das Personal geben. Die Lage sei bedrohlicher als im Frühjahr, so Schwesig. Das Land dürfe nicht warten, bis es zu sächsischen Verhältnissen komme: "Und ich möchte deshalb alle vorwarnen, wir werden im MV-Gipfel nächsten Dienstag noch einmal darüber reden müssen, dass wir die Maßnahmen, die wir jetzt haben, verlängern und ich rechne auch mit weiteren Verschärfungen."

Lockerungen über die Feiertage stehen in Frage

Welche Verschärfungen sie konkret im Blick hat, ließ Schwesig offen. Die Regierungschefin sprach sich für eine neue Spitzenrunde der Länderchefs mit der Kanzlerin "möglichst noch in dieser Woche aus", um zu strengeren Maßnahmen zu kommen. Bisher hatte Schwesig eine Kontaktlockerung über Weihnachten und den Jahreswechsel zugesagt. Diese Lockerung steht immer mehr in Frage. Bundesweit sollten die Maßnahmen strenger werden, sagte sie, "nur dann wird die Welle, die uns erreicht, schwächer sein."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 09.12.2020 | 13:00 Uhr

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