Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin, Manuela Schwesig (SPD), bei einer Pressekonferenz in Schwerin. © NDR Foto: NDR

Schwesig besorgt: Reicht der Impfstoff gegen das Coronavirus?

Stand: 20.12.2020 11:56 Uhr

Es sei wichtig, so Schwesig, "dass jetzt auch genug Impfstoff kommt". Man versuche, die richtige Balance zwischen sozialem Zusammenhalt und dem Schutz von Gesundheit und Arbeitsplätzen zu finden.

Mit Blick auf den geplanten Impfstart in Mecklenburg-Vorpommern hat sich Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) in einem Interview mit dem Fernsehsender RTL besorgt geäußert. In der ersten Runde müsse man es schaffen, die Pflegeheime abzusichern. Deshalb sei es wichtig, "dass jetzt auch genug Impfstoff kommt". Außerdem, sei es unerlässlich, die Schutzmaßnahmen weiter durchzuhalten.

Lockerungen zu den Feiertagen "nicht unkritisch"

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales, LAGuS, meldete am Sonnabend 191 Neuinfektionen für Mecklenburg-Vorpommern. Drei weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Mit Blick auf die Infektionszahlen seien die Lockerungen zu Weihnachten nach Einschätzung von Schwesig "nicht unkritisch". Man müsse dennoch zulassen, dass sich die Menschen zumindest im kleinen Umfang treffen können.

Impfen soll in MV nach den Feiertagen starten

Am Montag will die EU-Arzneimittelbehörde EMA ihre Beurteilung über den Impfstoff von Biontech und Pfizer abgeben, danach wird eine Zulassung durch die EU-Kommission erwartet. In Mecklenburg-Vorpommern soll voraussichtlich am 27. Dezember mit den Impfungen begonnen werden.

Glawe: Pflegesektor soll bis März durchgeimpft sein

Gesundheitsminister Glawe (CDU) zeigte sich zuversichtlich. Er sagte NDR 1 Radio MV, es seien genügend Impfdosen bestellt. "In der ersten Zeit müsse man damit rechnen, dass nicht alle sofort geimpft werden könnten. "Das geht los in den Pflegeheimen, wir haben über 300 Pflegeheime, die werden wir alle bedienen. Und danach wird dann ausgeweitet, dann kommen die ambulanten Pflegedienste dazu." Das Impfen gehe Zug um Zug weiter. Wichtig sei, dass Pflegekräfte und Ärzte auf Intensivstationen und Wachstationen geimpft würden. Glawe sagte weiter: Wir brauchen eine Durchimpfungsrate von 60 Prozent, dann sind auch die geschützt, die sich nicht impfen lassen können, weil sie gesundheitliche Probleme haben oder sich eben auch verweigern." Man werde alles dransetzen, alle Patienten in Pflegeeinrichtungen bis zum März durchzuimfpen.

Deutschland sichert sich 140 Millionen Impfdosen

Erst am Sonnabend hatte sich die Bundesregierung mehr Dosen für Impfungen gesichert, als bislang geplant war. Insgesamt stehen der Bundesrepublik damit fast 140 Millionen Dosen der Hersteller Biontech und Moderna zur Verfügung. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert die Bundesregierung auf, beim Einkauf und der Verteilung der Corona-Impfstoffe schneller vorzugehen. Der "Bild am Sonntag" sagte der CSU-Chef, dies müsse absolute Priorität haben. Mit einem Ende des Lockdowns am 10. Januar rechnet Söder nicht. Die Zahlen seien zu hoch und der Corona-Winter dauere leider noch lange.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 20.12.2020 | 12:00 Uhr

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