Ein Hausarzt spritzt einer Seniorin den Corona-Impfstoff.

Schwesig: Hausarzt-Impfungen in MV beginnen nächste Woche

Stand: 20.03.2021 06:15 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern will bereits in der nächsten Woche die ersten Corona-Impfdosen an Hausärzte ausliefern. Das kündigte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) nach dem Impfgipfel von Bund und Ländern an.

Mecklenburg-Vorpommern will bereits in der kommenden Woche erste Corona-Impfdosen an die Hausärzte ausliefern. Ministerpräsidentin Schwesig sagte am Freitagabend, damit könnten die Corona-Schutzimpfungen durch die Hausärzte in kleinen Schritten, aber früher als ursprünglich geplant starten. Die Hausärzte bekommen demnach vom kommenden Montag an ein "Starterpaket" von etwa 20 Impfdosen, um sich und ihr Praxisteam zu impfen. Mit den übrigen Dosen sollen sie jene ihrer Patienten impfen, die schwer und chronisch krank sind. Die Hausärzte würden sich von sich aus an die Patienten wenden, die dafür in Frage kommen. Erste Corona-Impfungen durch Hausärzte werden in Mecklenburg-Vorpommern schon seit Mitte Januar in einem Pilotprojekt im Landkreis Nordwestmecklenburg durchgeführt.

 

Impfordnung flexibel anwenden

Spätestens nach Ostern sollen die 1.700 niedergelassenen Haus- und Fachärzte parallel zu den Impfzentren verstärkt in die Impfkampagne einbezogen werden, wenn der Bund insgesamt 300.000 Impfdosen zur Verfügung stellt. Ziel sei es, die Impfung der Bürgerinnen und Bürger im Alter über 80 Jahren abzuschließen, sowie verstärkt Erziehende sowie Lehrerinnen und Lehrer zu impfen. Die Impfordnung mit ihren Prioritäten bleibe bestehen, so Schwesig. Allerdings biete sie den Ärzten jetzt schon Möglichkeiten, flexibel damit umzugehen. Es fehle bei der Impfkampagne nicht an der Flexibilität, so Schwesig, sondern an Impfstoff. Es werde auch im April nicht so viel Impfstoff zur Verfügung stehen, dass die Prioritäten gelockert werden könnten. Sie selbst, so Schwesig auf Nachfrage, werde sich impfen lassen, "wenn ich an der Reihe bin". Dabei vertraue sie "auf jeden Impfstoff, der von der EMA zugelassen ist" – also auch den von AstraZeneca.

Bundesweiter Start nach Ostern

Die Regierungschefs von Bund und Ländern hatten sich zuvor auf Maßnahmen verständigt, um das Impftempo in Deutschland zu beschleunigen. "Wir wollen schneller und flexibler werden", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Anschluss an die Beratungen. Sie kündigte an, dass die rund 50.000 Hausarztpraxen bundesweit in der Woche nach Ostern anfangen sollten zu impfen. Ab Ende April sollen die Praxen dann mehr Impfstoff erhalten als die Impfzentren - sofern die Lieferzusagen der Hersteller eingehalten werden.

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Extra Impfdosen für Grenz-Länder

Wie bislang in den Impfzentren, so Merkel, sollten auch in den Praxen Hochrisiko-Patienten zuerst geimpft werden. Die zweite beschlossene Maßnahme: Bundesländer mit Außengrenzen zu stark von Mutationen betroffenen Nachbarländern sollen zusätzliche Impfdosen erhalten. Dies betrifft das Saarland und Rheinland-Pfalz wegen ihrer Grenze zu Frankreich sowie die an Tschechien angrenzenden Länder Bayern und Sachsen. Extra-Dosen bekommt aber auch Thüringen. Mecklenburg-Vorpommern wird bei der Sonderzuteilung nicht bedacht, da die Situation in Polen "zum Glück" noch nicht so angespannt sei wie etwa in Tschechien, sagte Ministerpräsidentin Schwesig.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 19.03.2021 | 20:00 Uhr

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