Stand: 19.02.2020 16:41 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Schwesig: Grundrente sorgt für mehr Gerechtigkeit

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Für einen Anspruch auf Grundrente muss man mindestens 33 Jahre gearbeitet oder Kinder erzogen haben.

Monatelang haben SPD und CDU im Bund über die Einführung der Grundrente gestritten. Heute hat das Bundeskabinett das Vorhaben beschlossen. Die Grundrente soll ab kommendem Jahr ausgezahlt werden. Nach einer groben Schätzung des Sozialministeriums profitieren in Mecklenburg-Vorpommern zwischen 30.000 und 60.000 Menschen von der Leistung. Sie bekommen die Grundrente von nächstem Jahr an. Dabei handelt es sich um Zuschläge für Menschen, die lange gearbeitet und im Alter trotzdem wenig Geld haben.

Voller Anspruch nach 35 Jahren Arbeit

Bundeskabinett beschließt Grundrente

Nordmagazin -

Die Grundrente ist beschlossene Sache. Die Messlatte liegt bei 33 Beitragsjahren. Im Osten werden davon überdurchschnittlich viele Rentner profitieren.

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Für einen Anspruch auf Grundrente muss man mindestens 33 Jahre gearbeitet oder Kinder erzogen haben. Auch das Pflegen von Angehörigen wird angerechnet. Den vollen Anspruch bekommt man ab 35 Jahren, wenn der monatliche Rentenanspruch 1.250 Euro nicht übersteigt. Bei Paaren liegt dieser Grenzwert bei gemeinsam höchstens 1.950 Euro. In einem aufwendigen Verfahren wird für jeden individuell berechnet, wer wie viel zusätzlich bekommt. Das geschieht automatisch, Anträge auf Grundrente müssen nicht gestellt werden.

Kritik von der Linken und dem VdK

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hatte sich sehr für die Einführung einer Grundrente eingesetzt. Sie bezeichnete die Einigung als "wichtigen Beitrag zu mehr Gerechtigkeit in Deutschland". Außerdem forderte sie, dass der Zeitplan nach dem Kabinettbeschluss eingehalten wird. Die Linke im Landtag sieht den Kompromiss kritisch und nannte die Grundrente eine Art aufpolierte Grundsicherung, bei der viele Bedürftige leer ausgehen. Als Beispiel nannte die Partei Menschen, die wegen längerer Arbeitslosigkeit nach der Wende nicht auf die 33 geforderten Beitragsjahre kommen. Ähnlich sieht das der Sozialverband VdK in Mecklenburg-Vorpommern. Der Verband fordert, dass einer Herabsetzung der Beitragsjahre auf 30. Außerdem sollten die Arbeitsjahre, in denen jemand beispielsweise wegen Krankheit nicht voll arbeiten konnte, angerechnet werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 19.02.2020 | 13:00 Uhr

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