Stand: 22.03.2020 20:10 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Schwesig: Familien können noch nach draußen

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat die von Bund und Ländern beschlossenen verschärften Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus als notwendig bezeichnet. "Unser Ziel ist es, soziale Kontakte zu vermeiden, damit sich das Coronavirus nicht weiter ausbreitet", sagte Schwesig am Sonntagabend im NDR Nordmagazin. Bund und Länder hatten am Nachmittag unter anderem ein Kontaktverbot für mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit und die Schließung weiterer Dienstleistungsgeschäfte wie etwa Frisör- und Massage-Salons und Tattoo-Studios beschlossen.

Coronavirus: Kontaktverbot beschlossen

Nordmagazin -

Bund und Länder haben sich auf ein Kontaktverbot geeinigt. Was bedeutet das? Und wird das Hilfsprogramm für MV aufgestockt? Ministerpräsidentin Manuela Schwesig im Studiogespräch.

3,74 bei 19 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

"Eltern mit drei Kindern können natürlich noch rausgehen"

"Eltern mit drei Kindern können natürlich weiterhin noch zu fünft nach draußen gehen", stellte Schwesig klar. Einkaufen, zum Arzt oder zur Arbeit sowie spazieren gehen - all das sei auch weiterhin möglich. Es sei ihr klar, dass es nicht soweit kommen dürfe, dass die Menschen nur noch zu Hause bleiben. "Aber irgendwelche Partys - drinnen oder draußen - das geht jetzt natürlich nicht mehr."

Weitere Informationen

Coronavirus: Keine Ausgangssperre, aber Kontaktverbot

22.03.2020 17:00 Uhr

Keine Ansammlungen von mehr als zwei Personen, mehr Geschäftsschließungen: Bund und Länder haben sich im Kampf gegen das Coronavirus auf zusätzliche Maßnahmen geeinigt. Sie gelten ab Montag. mehr

Corona-Krise in MV: Caffier beantwortete Ihre Fragen

23.03.2020 06:00 Uhr

Die Auswirkungen der Corona-Krise werfen bei den Menschen im Nordosten viele Fragen auf. Innenminister Lorenz Caffier stand in einer Sondersendung Rede und Antwort. mehr

Krankenhäuser in MV brauchen Unterstützung

Schwesig sagte den Krankenhäusern im Land ihre Unterstützung zu. Diese fühlen sich von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Stich gelassen. Der Gesetzentwurf seines Ministeriums zur Finanzierung der Krankenhäuser in der Coronakrise reiche bei Weitem nicht aus, hatte auch die Krankenhausgesellschaft MV kritisiert. "Es ist wichtig, die Krankenhäuser weiter zu unterstützen. Wir müssen alle gut ausstatten", so Schwesig.

Kabinett will weitere Hilfen für Wirtschaft beschließen

Auch für die Wirtschaft soll es weitere Hilfen geben, die über das bisher geplante 100-Millionen-Euro-Programm des Landes hinausgehen. Mit dem Bund sei man sich einig, insbesondere auch kleine und Kleinstunternehmen zu stützen. So sollen Betriebe mit bis zu fünf Mitarbeitern Zuschüsse bis 9.000 Euro erhalten, Firmen mit sechs bis zehn Mitarbeitern bis zu 15.000 Euro für drei Monate. Weitere Maßnahmen sollen folgen, am Dienstag werde das Landeskabinett sie beschließen. Ob das Land dafür neue Schulden mache, ließ Schwesig offen: "Wir werden das Geld, das notwendig ist, zur Verfügung stellen." Als erstes würde aber auf Rücklagen zurückgegriffen.

Links
NDR Info

Corona-Blog: Vier Rostocker Schüler infiziert

NDR Info

Bei vier Kindern aus Rostock ist eine Corona-Infektion festgestellt worden. Insgesamt 67 Schüler und Lehrer der Borwinschule müssen für zwei Wochen in Quarantäne. Alle Corona-News im Blog. mehr

Schwesig als Risikopatientin: "Halte mich an Regeln"

Schwesig, die als Krebspatientin selbst auch zur Corona-Risikogruppe gehört, verteidigte im Nordmagazin ihr öffentliches Agieren. "Ich halte mich an die Regeln, die wir verabredet haben." Kein Händeschütteln, auf Abstand gehen, Kontakte vermeiden. Außerdem arbeite sie häufig im Home Office und gehe nur zu notwendigen Terminen. "Mir geht es gut"" Sie habe den Großteil ihrer Krebstherapie hinter sich. "Ich habe mich entschieden, jetzt auch weiterhin Flagge zu zeigen und mich um das Wohl des Landes zu kümmern."

Die Beschlüsse von Ministerpräsidenten und Bundesregierung am 22. März:

  • Die Bürgerinnen und Bürger werden angehalten, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren.
  • In der Öffentlichkeit ist, wo immer möglich, zu anderen als den unter Punkt 1 genannten Personen ein Mindestabstand von mindestens 1,5 m einzuhalten.
  • Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet.
  • Der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, Einkäufe, Arztbesuche, Teilnahme an Sitzungen, erforderlichen Terminen und Prüfungen, Hilfe für andere oder individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft sowie andere notwendige Tätigkeiten bleiben weiter möglich.
  • Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen sind angesichts der ernsten Lage in unserem Land inakzeptabel. Verstöße gegen die Kontakt-Beschränkungen sollen von den Ordnungsbehörden und der Polizei überwacht und bei Zuwiderhandlungen sanktioniert werden.
  • Gastronomiebetriebe werden geschlossen. Davon ausgenommen ist die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause
  • Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden geschlossen, weil in diesem Bereich eine körperliche Nähe unabdingbar ist. Medizinisch notwendige Behandlungen bleiben weiter möglich.
  • In allen Betrieben und insbesondere solchen mit Publikumsverkehr ist es wichtig, die Hygienevorschriften einzuhalten und wirksame Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter und Besucher umzusetzen.
  • Diese Maßnahmen sollen eine Geltungsdauer von mindestens zwei Wochen haben.

02:03
Nordmagazin
01:53
Nordmagazin

Caffier: Das Mitwirken der Bevölkerung ist gut

21.03.2020 19:30 Uhr
Nordmagazin
08:15
Nordmagazin
05:41
Nordmagazin

Nachbarschaftshilfe in Zeiten von Corona

21.03.2020 19:30 Uhr
Nordmagazin
02:32
Nordmagazin
Weitere Informationen

Coronakrise MV: Mediziner vorsichtig optimistisch

Angesichts der Corona-Neuinfektionen zeigen sich Ärzte in MV vorsichtig optimistisch. Demnach haben sich in dieser Woche weniger Menschen infiziert als noch vergangene Woche. mehr

Rostock testet vorsorglich auf Coronavirus

Besonders gefährdete Arbeitskräfte wie Pflegekräfte und Feuerwehrleute werden in Rostock vorsorglich auf das Coronavirus getestet. Gegebenenfalls sollen sie frühzeitig aus dem Betrieb genommen werden. mehr

Bahnverkehr wird wegen Corona-Pandemie ausgedünnt

Aufgrund der Corona-Pandemie wird der Bahnverkehr in Mecklenburg-Vorpommern auf einzelnen Strecken eingeschränkt. Betroffen sind zunächst zwei Linien von und nach Stralsund. mehr

Coronavirus: Krankenhäuser in MV fordern mehr Geld vom Bund

Die Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern üben scharfe Kritik am Gesetzentwurf des Bundes zur Finanzierung der Coronakrise. Die vorgesehenen Gelder reichten bei Weitem nicht aus, so ein Vorwurf. mehr

Betrüger versuchen Coronakrise auszunutzen

Polizei und Verbraucherschutzzentralen warnen vor Kriminellen, die die Coronakrise für ihre Zwecke nutzen. So haben sich Betrüger in Schutzanzügen als Mitarbeiter des Gesundheitsamtes ausgegeben. mehr

Einreisekontrollen durchbrochen: Ermittlungen gegen Autofahrer

Seit Beginn der Einreisekontrollen der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern sind mehr als 700 Autos abgewiesen worden. Zwei Fahrer durchbrachen die Kontrollen. Gegen sie wird nun ermittelt. mehr

Coronavirus: Das öffentliche Leben in MV flaut ab

Verwaiste Innenstädte, leere Strände, aber viel Betrieb in Baumärkten: Das öffentliche Leben in Mecklenburg-Vorpommern verlagert sich in der Coronakrise vermehrt in die eigenen vier Wände. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 22.03.2020 | 19:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

02:46
Nordmagazin
02:55
Nordmagazin
03:01
Nordmagazin