Stand: 16.05.2019 18:15 Uhr

Schwerin: Batteriespeicher meistert innovativen Versuch

In Schwerin ist laut Wemag ein bislang einzigartiger Schwarzstart-Test gelungen. (Archivbild)

In Schwerin ist es in einem bislang einmaligen Versuch gelungen, mithilfe des Batteriespeichers des Energieversorgers Wemag ein Stromnetz nach einem Totalausfall wieder aufzubauen. Wie das Unternehmen am Donenrstag mitteilte, wurden dabei eine Gasturbinen-Anlage und ein Windpark miteinbezogen. Wemag und die Projektpartner hoffen nun, ein innovatives Schwarzstart-Konzept zur Marktreife zu bringen, das die Ausfallzeit im Falle eines Blackouts erheblich verkürzt.

Problem Schwarzstart-Fähigkeit

"Mit diesem Test konnten wir beweisen, dass der Wemag-Batteriespeicher für den Wiederaufbau des Stromnetzes nach Großstörungen oder einem Blackout eine primäre Funktion übernimmt", sagte Wemag-Vorstand Thomas Murche. Bislang werde dafür rein konventionelle Kraftwerkstechnik verwendet. Bei einem Totalausfall der Stromversorgung stellt sich das Problem, wie diese wieder hochgefahren werden kann. Atom-, Braunkohle- oder auch Blockheizkraftwerke können ohne eine externe Stromquelle nicht gestartet werden - sie sind nicht schwarzstartfähig.

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Stromausfall in Kleinstadt simuliert

Für den Versuch simulierten Techniker einen Stromausfall in einer Kleinstadt. Dazu wurden eigens auf vier Tiefladern elektrische Bauelemente herangefahren. Die Widerstände simulierten den Stromverbrauch von etwa 20.000 Haushalten, was einer Stadt wie Parchim entspricht. Diese Haushalte wurden dann von der Versorgung durch ein Erdgas-Kraftwerk abgeschnitten. Ein Windpark und der Batteriespeicher in Schwerin mussten diesen Ausfall ausgleichen und das Netz neu starten. Das dauerte zwar mehrere Stunden,- war letztendlich aber erfolgreich, wie eine Wemag-Sprecherin erklärte.

Neustart mit Erneuerbaren möglich

Mit einem konventionellen Kraftwerk würde dies so nicht funktionieren oder zumindest wesentlich länger dauern, hieß es. Mit den Tests will die Wemag zeigen, dass der Neustart mit erneuerbaren Energien eine Alternative ist. Es war bereits der zweite Versuch eines Schwarzstarts. Bei dem ersten im Sommer 2017 waren aber keine simulierten Verbraucher und kein Windpark beteiligt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 16.05.2019 | 18:00 Uhr

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