Stand: 07.02.2019 12:36 Uhr

Schweinepest-Risiko: Land baut Pürzelprämie aus

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Die sogenannte Pürzelprämie wurde Anfang 2018 eingeführt. Im ersten Jahr wurde mehr als eine Million Euro ausgezahlt.

Die Afrikanische Schweinepest breitet sich rund um Deutschland weiter aus. Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts, Bundesinstitut für Tiergesundheit auf dem Riems, steigt damit auch das Seuchenrisiko für Deutschland. Kürzlich wurde die Tierseuche erstmals in Hongkong nachgewiesen, aber auch in Osteuropa und Belgien hat das Institut allein in diesem Jahr fast 3.000 Fälle registriert. Die meisten Fälle gab es den Angaben zufolge in Polen und Ungarn.

Hauptrisiko bleibt der Mensch

Auch wenn die Wissenschaftler das Risiko, die Seuche könnte durch infizierte Wildschweine auf deutsches Gebiet übergreifen als hoch einschätzen, bleibe das Hauptrisiko weiter der Mensch, insbesondere der Reiseverkehr, so eine Sprecherin des Löffler-Instituts.

Landesregierung setzt auf Prävention

Die Landesregierung, die bereits zu Beginn des Jahres einen mobilen Elektrozaun angeschafft hatte, will nun auch Jäger stärker mit einbinden. Dazu wurde die sogenannte Pürzelprämie bis März 2020 verlängert, die Jägern eine Aufwandsentschädigung von 25 Euro für jedes erlegte Schwarzwild sichert. Neu ist auch, dass für jedes erlegte oder verendete Wildschwein 50 Euro gezahlt werden sollen, wenn der Jäger eine Probe zur Untersuchung weiterleitet und der Kadaver ordnungsgemäß entsorgt wird. Mit diesen Maßnahmen sollen Seuchenausbrüche frühzeitig erkannt und eine Verbreitung unterbunden werden.

Vorschaubild für den Podcast "Hintergründe" auf NDR 1 Radio MV © ndr.de Foto: ndr.de

Die Arbeit des Friedrich-Loeffler-Institutes auf dem Riems

NDR 1 Radio MV - Forum aktuell -

1910 gründet Friedrich Loeffler das erste virologische Forschungsinstitut. Auf der kleinen Insel Riems. Heute ist es die Bundesforschungsanstalt für Tiergesundheit.

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Mobiler Zaun in Tschechien erprobt

Die Methode, Seuchenherde mit dem mobilen Elektrozaun weiträumig einzukreisen, damit infizierte Wildschweine die Pest nicht weiter verbreiten können, soll dem Landwirtschaftsministerium zufolge in Tschechien erfolgreich praktiziert worden sein. Die Krankheit sei dort ein halbes Jahr später für erloschen erklärt worden. Dänemark baut seit Jahresbeginn an der Grenze zu Deutschland einen rund 70 Kilometer langen Zaun, der infizierte Wildschweine daran hindern soll, die Seuche weiter zu verbreiten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Der Tag | 07.02.2019 | 16:00 Uhr

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