Stand: 24.09.2020 13:48 Uhr

Schweinepest: Keine Zustimmung für Fleisch-Einlagerung

Schweinezucht © dpa-Zentralbild Foto: Nestor Bachmann
Auch die Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern bekommen zurzeit keine guten Preise für ihr Schweinefleisch. (Symbolfoto)

Seit in Brandenburg die Afrikanische Schweinepest grassiert, sind den Landwirten wichtige Märkte weggebrochen. Um den Preisverfall zu stoppen, hat Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) vorgeschlagen, Schweinefleisch vom Markt zu nehmen und einzulagern. In Mecklenburg-Vorpommern findet die Idee bei den Experten bislang wenig Unterstützung.

Fleisch nur begrenzt haltbar

Fleisch einzulagern verschiebe lediglich das Problem, sagte Jörg Brüggemann von der LMS Agrarberatung mit Sitz in Rostock. Schlachthöfe oder Kühlhäuser müssten das Fleisch lagern. Das aber sei nur einige Monate haltbar und würde also nur später vermarktet. Es sei nicht vorauszusehen, wo dann der Preis für Schweinefleisch steht und wie stark das zusätzliche Fleisch den Preis beeinflussen würde, so Brüggemann im Gespräch mit NDR 1 Radio MV.

"Neue Märkte finden"

Ähnlich sieht es Heidi Bartsch, Geschäftsführerin der Qualitäts-Schlachtschweine-Erzeugergemeinschaft. Sie vermarktet Schweine mehrerer Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern. Bartsch warf Klöckner vor, blinden Aktionismus zu betreiben. Das sei fatal. Wichtiger sei es, neue Vermarktungsmöglichkeiten für Schweinefleisch zu finden, beispielsweise innerhalb der Europäischen Union, um die sinkende Nachfrage in China zu kompensieren. Bartsch zeigte sich zuversichtlich, das dies den Vermarktern gelingen kann. Fleisch einzulagern ist ihrer Ansicht nach die allerletzte Option.

Schweinepest-Fall in Brandenburg

Mitte September wurde in Brandenburg der Kadaver eines Wildschweins gefunden, das an der Afrikanischen Schweinepest verendet war. Die Krankheit ist auch für Hausschweine hochgradig gefährlich - ein Risiko das Kunden verunsichert. Bundesministerin Klöckner hatte den Bauern deshalb Hilfen angekündigt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 24.09.2020 | 07:30 Uhr

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