Hausschweine stehen in einem Stall. © picture alliance/ZB Foto: Patrick Pleul

Schweinepest: Friedrich-Loeffler-Institut testet Impfstoffe

Stand: 06.08.2021 06:30 Uhr

Das Friedrich-Loeffler-Institut auf dem Riems testet Impfstoffe gegen die Afrikanische Schweinepest. Die wurden von Forschungspartnern, etwa aus den USA, entwickelt.

"Es sind Impfstoffe dabei, die eine sehr gute Schutzwirkung zeigen", sagt Sandra Blome, Leiterin des Instituts für Virusdiagnostik. Allerdings seien die Impfstoffe noch nicht sicher genug. Bislang werden Lebendimpfstoffe getestet, also Impfstoffe mit einem sehr geringen Gehalt von Viren. Manche Tiere würden nach der Impfung erkranken, so Blome. Denn das Virus sei trickreich: Es kann die Immunantwort seines Wirts beeinflussen.

Impfstoffe sollen über Köder verabreicht werden

Noch mindestens fünf Jahre werde es dauern, bis Impfstoffe zugelassen und dann als Köder für Wildschweine ausgebracht werden können. Um Ansteckungen von Hausschweinen zu vermeiden, fordert der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern, dass sie in Seuchenregionen nicht mehr im Freiland gehalten werden. Auch Expertin Blome findet das sinnvoll.

Schweinepest in Haustierbeständen

Die Afrikanische Schweinepest war im Juli in Deutschland erstmals in zwei Haustierbeständen nachgewiesen worden. Das Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit auf der Forschungsinsel Riems hatte den Erreger - als Nationales Referenzlabor - in Proben nachgewiesen. Betroffen waren zwei Bestände in Brandenburg. Bislang war die Afrikanische Schweinepest in Deutschland nur bei Wildschweinen aufgetreten. Die ASP ist eine schwere Virusinfektion, die ausschließlich Schweine, also Wild- und Hausschweine, betrifft und für sie zumeist tödlich ist. Für den Menschen ist der Erreger ungefährlich.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Der Tag | 06.08.2021 | 06:30 Uhr

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