Ein Wildschwein läuft auf Waldboden. © dpa Foto: Fredrik von Erichsen

Schweinegrippe: So viel Wildschwein-Abschuss wie noch nie in MV

Stand: 03.07.2021 11:27 Uhr

Seit 2016 zahlt Mecklenburg-Vorpommern zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinegrippe die sogenannte Pürzelprämie. Seitdem steigen die Abschusszahlen für Wildschweine kontinuierlich.

Jäger in Mecklenburg-Vorpommern haben im vergangenen Jagdjahr so viele Wildschweine erlegt wie nie zuvor. Nach Angaben des Agrarministeriums wurden insgesamt 106.803 Tiere erlegt, noch einmal 10.000 mehr als im bisherigen Rekordjahr 2019/2020. Das Land zahlt den Jägern für jedes Wildschwein eine Prämie von 50 Euro.

Pürzelprämie wirkt

Ein Grund für die jährlichen Rekorde ist die Pürzelprämie des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Damit fördert das Land seit 2017 die Jagd auf Wildschweine und sorgt für hohe Abschusszahlen. Die Dezimierung der Bestände gilt als wichtigste Präventionsmaßnahme gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest.

Rotwildjagd geht dagegen leicht zurück

Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) vermutet, dass die vermehrte Schwarzwildjagd für einen Rückgang bei der Jagdbilanz von Rehen gesorgt habe. Mit knapp 60.000 erlegten Rehen lag die Bilanz aber nur um etwa 2.000 Tiere unter dem Vorjahreswert. Rotwild und Damwild lagen demgegenüber mit knapp 8.000 und 13.000 Tieren über dem zehnjährigen Mittelwert. Rückgänge verzeichneten die Jäger auch bei Feldhasen und Wildkaninchen bemerkbar.

Nandus erstmals ins Jagdrecht aufgenommen

Erstmals nachdem der Nandu in Mecklenburg-Vorpommern ins Jagdrecht aufgenommen wurde, erlegten Jäger 152 Küken und Jährlinge sowie 29 erwachsene Nandus. Nordwestmecklenburg ist bundesweit das einzige Verbreitungsgebiet des lateinamerikanischen Laufvogels. Vor Jahren waren einige Exemplare aus einer Nanduzucht entkommen und vermehren sich seitdem in freier Wildbahn.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Der Tag | 03.07.2021 | 11:30 Uhr

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