Stand: 28.07.2020 23:41 Uhr

Schulstart und Corona: Ministerinnen beantworteten Fragen

Mecklenburg-Vorpommern startet am 3. August als erstes Bundesland nach den Sommerferien wieder in das neue Schuljahr. Die Corona-Pandemie stellt Schüler, Lehrer und Erzieher in diesem Jahr vor große Herausforderungen. Dank niedriger Infektionszahlen soll nun für die Kinder wieder ein möglichst normaler Unterricht möglich werden. Bildungsministerin Bettina Martin und Sozialministerin Stefanie Drese (beide SPD) haben sich im Livestream Ihren Fragen zum Thema gestellt.

VIDEO: Schulstart in MV: Antworten von Drese und Martin (76 Min)

Martin: So viel Bildung wie möglich

FAQ
Ein Junge mit Mundschutz in der Schule. © picture alliance Foto: Christian Charisius

Wie startet MV ins neue Schuljahr?

Ist es nicht sehr riskant, die Schulen wieder zu öffnen? Wie soll verpasster Schulstoff nachgeholt werden? Müssen Schulanfänger Masken tragen? Antworten finden Sie hier: mehr

Bildungsministerin Martin sagte zum Auftakt, man habe sich mit den Gesundheitsexperten, dem Gesundheitsamt und dem zuständigen Ministerium zusammengesetzt und genau abgewogen, was möglich sei. "Wir haben von Expertinnen und Experten einen Rahmen bekommen, in dem wir uns bewegen können. Um Sicherheit auf der einen Seite zu gewährleisten, aber andererseits auch so viel Bildung wie möglich. Wir müssen auch wieder zurück in die Schule mit den Kindern."

Wissenstests zum Schuljahresanfang

Es sei wichtig, verpassten Schulstoff nachzuholen, so Bildungsministerin Martin. In den ersten beiden Wochen des Schuljahres werde es deshalb Lernstandserhebungen geben. Dabei gehe es nicht um Noten, sondern darum, dass die Lehrkräfte wissen: "Wo stehen die Kinder, was haben sie verpasst, was müssen wir nacharbeiten, wo müssen wir Schwerpunkte legen?" Diese Daten, so Martin, würden auf Bundesebene evaluiert, damit die Kinder und Jugendlichen später im Schuljahr gut vorbereitet seien auf mögliche Prüfungen.

Krippen und Kindergärten: Notbetreuung endet

Mit Blick auf die Kitas im Land sagte Sozialministerin Drese, man habe schon vor den Ferien rund 85 Prozent der Kinder in den Einrichtungen gehabt - mit gutem Ergebnis. Die Kinder bräuchten eine Betreuung, das sei es, was beide Ministerinnen im Bildungsbereich antreibe. Die Notfallbetreuung ende Anfang August, die Erzieherinnen und Erzieher würden nun zu offenen und teiloffenen pädagogischen Konzepten zurückkommen, es gehe um so viel Normalität wie möglich. "Gerade bei den Kleinen in Krippe und Kita ist Abstand nicht einzuhalten und soll auch nicht eingehalten werden. Eine Erzieherin muss ein Kind auch umarmen dürfen, das ist ganz wichtig." Umso wichtiger sei es, dass die Kinder Hände waschen üben und Hygiene lernen.

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Recht auf Bildung umsetzen

Bildungsministerin Martin sagte dem NDR in Mecklenburg-Vorpommern: "Kinder haben ein Recht auf Bildung. Wir in Mecklenburg-Vorpommern haben die niedrigsten Infektionszahlen in ganz Deutschland. (…) Ich halte es für absolut wichtig, dass wir das Recht auf Bildung der Kinder umsetzen." Sollten sich Kinder anstecken, werde man gemeinsam mit den Gesundheitsämtern sofort reagieren, testen und entweder einzelne Gruppen in Schulen schließen oder auch eine ganze Grundschule. "Insofern ist das eine Abwägung von größtmöglicher Beschulung für die Kinder. Ich möchte noch einmal betonen: Wir müssen auch den Eltern die Möglichkeit geben, wieder einen planbaren Alltag zu führen, die Eltern müssen ja auch arbeiten." Sie halte das aktuelle Konzept für richtig und für durchführbar, so Martin weiter.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 28.07.2020 | 18:00 Uhr

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