Stand: 09.04.2019 17:50 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Schnellere Asylverfahren ohne "Ankerzentrum"

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Die Verfahren in der Erstaufnahmeeinrichtung in Nostorf-Horst sollen beschleunigt werden - ohne den Namen "Ankerzentrum". (Archivbild)

Mecklenburg-Vorpommern übernimmt das Konzept der sogenannten "Ankerzentren". Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) unterzeichneten am Dienstagnachmittag in Berlin eine entsprechende Vereinbarung "zur effektiveren Gestaltung der Asylverfahren".

Bearbeitung an zentraler Stelle

Die Asylverfahren in Mecklenburg-Vorpommern sollen damit künftig effektiver ablaufen. Dem Koalitionsvertrag der Bundesregierung entsprechend heißt das: Die Bearbeitung übernehmen zentrale Einrichtungen, in denen das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, die Bundesagentur für Arbeit, Jugendämter und Ausländerbehörden gleichermaßen vertreten sind. Wer keinen Schutzstatus erhält, soll direkt in sein Herkunftsland zurückkehren oder in ein anderes EU-Land, das für seinen Asylantrag zuständig ist.

Keine Umbenennung in "Ankerzentrum"

Dass die zentrale Erstaufnahmeeinrichtung in Nostorf-Horst (Landkreis Ludwigslust-Parchim) mit der Außenstelle Stern-Buchholz dann auch "Ankerzentrum" heißt, wie von Berlin vorgegeben, lehnte Landesinnenminister Caffier aber ab. "Anker" steht dabei für "Ankunft, kommunale Verteilung, Entscheidung und Rückführung".

Deutlich weniger Asylbewerber als 2015

In Mecklenburg-Vorpommern ist die Zahl neuer Asylbewerber zuletzt stetig gesunken - von 19.000 auf dem Höhepunkt im Jahr 2015 auf knapp 3.000 im vergangenen Jahr. Die Zahl der Abschiebungen sank von mehr als 800 auf knapp 400.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 09.04.2019 | 18:00 Uhr

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