Außenansicht von Schloss Güstrow.  Foto: Axel Seitz

Schloss Güstrow: Historisches Pflaster bei Sanierung entdeckt

Stand: 22.12.2020 13:35 Uhr

Am Schloss Güstrow ist bei Sanierungsarbeiten ein Feldsteinpflaster freigelegt worden, das offenbar kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg entstanden ist.

Der Fund des Pflasters kommt einer historischen Sensation gleich. Experten sagen, der Fund sei von zentraler Bedeutung für die Geschichte der Residenz Güstrow. Sie gehen davon aus, dass das Pflaster Mitte des 17. Jahrhunderts gelegt wurde, kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648). Aus dieser Zeit gibt es hierzulande nur wenige erhaltene bauliche Zeugnisse. Bauarbeiter entdeckten die Pflasterung südlich des Torhauses des Schlosses, etwa dreieinhalb Meter unter dem Straßenniveau. Die freigelegte Fläche ist sorgfältig mit kleinen Feldsteinen gepflastert. An der Seite sind auf großen Steinen Abwasserrinnen angelegt. Mecklenburg-Vorpommerns Finanzminister Reinhard Meyer (SPD), dessen Ressort die landeseigenen Schlösser verwaltet, will das Pflaster wissenschaftlich dokumentierten lassen und dafür sorgen, dass Besucher es später betrachten können.

Bauplanen mit Darstellung der Schlossfassade bedruckt

Schloss Güstrow wird seit September 2019 saniert. Bis 2023 sollen vor allem das Dach und die Fassaden sowie das Wirtschaftsgebäude saniert und zudem barrierefrei hergerichtet werden. Minister Meyer ging zu Beginn der Sanierungsarbeiten von Kosten in Höhe von rund 28 Millionen Euro aus. Das Schloss aus dem 16. Jahrhundert gilt als eines der bedeutendsten Renaissance-Bauten Norddeutschlands. Die jüngste große Sanierung liegt Jahrzehnte zurück.

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Blick auf das Schloss Güstrow mit Schlossbrücke. © NDR Foto: Kathrin Weber

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 22.12.2020 | 13:00 Uhr

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