Stand: 19.01.2020 15:21 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Baustelle Schloss: Glanz für Mecklenburgs Residenzen

von Axel Seitz

Sie gehören zweifellos zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in Mecklenburg: die Residenzschlösser der einstigen Mecklenburger Herzöge in Schwerin, Güstrow und Ludwigslust. Doch diese Prachtbauten sind zugleich auch gewaltige Baustellen. Für 2020 kündigen sich große Verhüllungen in Schwerin und Güstrow an - und in Ludwigslust besonders umfangreiche Umbauten.

Wer sich in diesen Januartagen dem Schloss Ludwigslust nähert, vernimmt zunächst einmal nur das Wasserrauschen aus den Kaskaden auf der Hofseite. Dass in dem Schloss heftig gearbeitet wird, ist erst an den Absperrungen auf der Gartenseite zu erkennen. Im Ostflügel sind Handwerker dabei, das Erdgeschoss wieder so herzurichten, wie es in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erbaut wurde.

Drei Schlösser in MV werden umfangreich saniert

Zurück zur ursprünglichen Struktur

"Nachdem die Residenz wieder nach Schwerin verlegt wurde, wurden dem Haus andere Funktionen übertragen. In diesem Zusammenhang wurden dann auch zahlreiche Veränderungen in den Raumstrukturen vorgenommen, um zusätzliche Räume zu schaffen", sagt Steffie Dahl. Sie ist die für das Schloss zuständige Projektleiterin beim Bau- und Liegenschaftsamt Schwerin. Das soll nun zurückgebaut werden, sodass die einzelnen Räume in ihrer ursprünglichen Bauweise wieder sichtbar werden.

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Im Erdgeschoss des Ostflügels sind mittlerweile Zwischendecken und alte Verkleidungen entfernt worden, in einem Teil wurde auch das Fundament für den neuen Fußboden vorbereitet. Noch ist der Blick auf die Erde unter dem Schloss frei. Bis 2022 soll alles fertig sein, ein Großteil davon bereits in diesem Jahr: "Auf alle Fälle werden die Fußböden wieder komplett eingebaut und in dem Zusammenhang sind natürlich viele technische Erneuerungen erforderlich, die alle unterhalb der Fußböden passieren. Wir werden die gesamten Elektroleitungen unter die Konstruktionen bringen", so Dahl.

Bislang wurden im Ludwigsluster Schloss schon rund 16 Millionen Euro verbaut, weitere knapp 18 Millionen kosten die noch kommenden Sanierungsarbeiten, die vor allem den Westflügel betreffen, der jetzt aber noch völlig leer ist. "Wir arbeiten hier in drei Etagen im Westflügel: im Erdgeschoss, im ersten und zweiten Obergeschoss und in den Treppenhäusern", erklärt die Projektleiterin.

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Rund 70 Kilometer nordöstlich von Ludwigslust befindet sich die zweite große Baustelle: das Güstrower Schloss. "Von der Größenordnung sind beide Schlösser vergleichbar. Allerdings spielt sich in Güstrow alles draußen ab und in Ludwigslust alles innen", sagt Robert Klaus, Leiter des Bau- und Liegenschaftsamts Schwerin. In Sachen Aufgabe und Schwierigkeitsgrad seien die Arbeiten an den beiden Schlössern aber sehr ähnlich. Seit Jahresbeginn ist das Güstrower Schloss für Besucher bereits geschlossen und vermutlich wird das Renaissance-Bauwerk im Juni auch mit Gerüsten und Planen verhüllt. "Der Baubeginn wird im Sommer sein. Eine sichtbare Gerüststellung kommt zum Ende des zweiten Quartals", erläutert Klaus. "Wir haben vor, zu zeigen, wie die künftige Fassade aussehen soll."

Knapp vier Jahre sollen die Bauarbeiten dauern, für das Güstrower Schloss stehen rund 18,5 Millionen Euro bereit. Wenn das Gebäude dann 2023 von außen in neuem Glanz erstrahlt, ist in dem Schloss allerdings noch kein Ausstellungsraum saniert.

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Im Vergleich zu den Bauarbeiten in Güstrow und Ludwigslust sind die Vorhaben für Schwerin überschaubar, doch auch in der Landeshauptstadt wird das Schloss teilweise verhüllt - und zwar das Hauptportal mit der Statue des Niklot. "Allein die Gerüststellung wird eine gute Zeit benötigen. Wir wollen bis Mitte, Ende 2021 durch sein", sagt Klaus. Wer das Niklot-Denkmal im Hauptportal des Schweriner Schlosses also unverhüllt betrachten und fotografieren möchte, hat dafür noch knapp fünf Monate Zeit - bis zum kommenden Mai.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Kulturjournal | 20.01.2020 | 19:00 Uhr

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