Stand: 21.05.2019 07:35 Uhr

Schlachthöfe - Amtstierärzte für Videoüberwachung

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Amtstierärzte fordern Videoüberwachung in Schlachthöfen.

Amtstierärzte in Mecklenburg-Vorpommern unterstützen einen Vorschlag des Bundesrates, Schlachthöfe per Video zu überwachen. Immer wieder kommt es in Schlachthöfen zu schweren Verstößen gegen den Tierschutz.

Gequält und misshandelt - Zustände untragbar

Der Präsident der Landestierärztekammer, Holger Vogel, beklagt eine Vielzahl an Verstößen: Kälber werden über Laderampen geworfen, Elektrozangen werden als Treibhilfe eingesetzt, verängstigte Tiere geschlagen. Dies müsse ein Ende haben.

Umfassende Kontrollen schwierig

Die Amtstierärzte müssten zwar den gesamten Schlachtablauf überwachen, könnten aber in der Praxis nicht zu jeder Zeit an jedem Ort des Schlachthofes sein. Deshalb fordert Vogel, der auch bundesweit die Amtstierärzte vertritt, die Schlachthöfe endlich gesetzlich zu verpflichten, den gesamten Schlachtablauf per Video zu überwachen. Das würde auch die Amtsveterinäre vor Ort stärken, die dem Druck vor Ort oft hilflos ausgesetzt seien. Alle wüssten: die Tierschutzverstöße könnten aus Mangel an Beweisen meistens nicht geahndet werden.

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Bundeslandwirtschaftsministerium hat Bedenken wegen des Datenschutzes.
Persönlichkeitsrechte vs. Tierschutz

Das Bundeslandwirtschaftsministerium aber ist noch immer zurückhaltend, was den Kameraeinsatz in den Schlachthöfen angeht und verweist darauf, dass die Persönlichkeitsrechte der Beschäftigten geschützt werden müssten. Das Ministerium setzt stattdessen lieber auf mehr Kontrollen vor Ort. Ein Nebeneffekt für den Bund: Für diese Kontrollen sind die Länder zuständig.

Weitere Informationen

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Mehr als 13 Millionen Tiere in Deutschland erreichen laut einer Studie den Schlachthof nicht. Auch in der einzigen Tierkörperbeseitigungsanlage des Landes kommen gequälte Tiere an. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Nordmagazin | 21.05.2019 | 08:00 Uhr

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