Stand: 22.06.2020 19:49 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Sack: Baldige Entscheidung über Spitzenkandidatur

von Petra Küntzer, NDR 1 Radio MV

Der neue, designierte Parteichef der CDU in Mecklenburg-Vorpommern, Michael Sack, will sich zeitnah entscheiden, ob er im nächsten Jahr bei der Landtagswahl auch als Spitzenkandidat antreten will. Ja, er habe das erste Zugriffsrecht, sagte er im Gespräch mit NDR 1 Radio MV, aber erst wolle er noch viele Gespräche im Land führen, sich vorstellen und die Wahl des neuen Parteichefs im August abwarten. Sein Ziel sei es auf jeden Fall, dass die CDU aus der Landtagswahl im kommenden Jahr als stärkste Kraft hervorgeht. Dazu sei eine gute Mannschaft nötig, so der 46-Jährige. Auch die Frage, ob er denn ein Landtagsmandat anstrebe, wollte Sack noch nicht beantworten.

Sack: Ländlicher Raum liegt mir besonders am Herzen

Ganz oben auf der Agenda steht für den Vater von drei Kindern derzeit die Corona-Pandemie und deren Auswirkungen. Dabei denkt er vor allem an die Kommunen, die in finanzielle Schieflage geraten könnten, weil Gewerbesteuereinnnahmen ausfallen. Bei ihm zu Hause habe seine Frau die meiste Arbeit mit dem Homeschooling der Kinder gehabt, er sei im Büro gewesen. Die Themen, die ihm längerfristig politisch besonders am Herzen liegen, betreffen den ländlichen Raum, die Chancengleichheit zwischen Städten und entlegenen Gebieten. Es habe ihn sein ganzes politisches Leben begleitet, wie im ländlichen Raum gute Lebensbedingungen und Arbeitsplätze geschafft werden könnten, so Sack. Hierbei könnte die Digitalisierung helfen, neue Jobs zu schaffen. Es sei interessant zu sehen, wie viele Menschen aus den Städten jetzt wieder in die Dörfer ziehen würden.

Problematisch sieht Sack die Schließung von Stationen in Krankenhäusern - Beispiel Wolgast und Crivitz. Krankenhäuser sollten flächendeckend gehalten werden, "das sollten wir uns leisten, auch für die eigene Gesundheit". Beim Thema Funklöcher sieht er die Telekommunikationsunternehmen in der Pflicht, hat aber auch beobachtet, dass es für die Unternehmen oft ein Problem ist, Standorte für Mastanlagen zu bekommen, weil die keiner in der Nachbarschaft haben wolle.

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Mecklenburg-Vorpommern: die schönste Ecke der Welt

Sack ist 46 jähre alt, verheiratet und hat drei Kinder. Geboren ist er bei Jarmen. Seine Lehr-und Studienjahre hat Sack fern der Heimat in Brandenburg und Thüringen verbracht. Er hat die Schule nach der 10. Klasse verlassen, hat 1990 Bauzeichner in Prenzlau gelernt und dann das Abitur in Loitz nachgeholt. Anschließend ging es zum Studium im Bauingenieurwesen nach Weimar. Seit 2018 wurde er Landrat im Kreis Vorpommern-Greifswald, davor war er lange Jahre Bürgermeister von Loitz. Mecklenburg-Vorpommern sei für ihn die schönste Ecke der Welt, sagt er. Der CDU trat Sack nach eigenen Angaben 2009 bei. Damals sei er zur Wahl der Stadtvertretung in Loitz angetreten und habe sich, wie er sagt, "politisch bei der CDU wiedergefunden".

"Das kürzeste Bewerbungsgespräch, das ich je hatte"

Das Amt als Landeschef der CDU sei ihm am Freitagabend angetragen worden, er sei gerade bei der Hausarbeit gewesen. Eckhard Rehberg habe wohl ein paar mal probiert, ihn zu erreichen. Der Anruf sei für ihn überraschend gekommen.
"Das war das kürzeste Bewerbungsgespräch, das ich je hatte". Er habe jetzt die Möglichkeit ja oder nein zu sagen, hätte Rehberg gefragt, und dann habe er ja gesagt.

Hofft auf zweite Chance für Amthor

Als zweite Wahl nach dem Verzicht von Philipp Amthor nach Lobbyismus-Vorwürfen sieht Sack sich nicht, eher als ganz andere Alternative mit Verwaltungserfahrung auf verschiedenen Ebenen und mit ehrenamtlichen Erfahrungen als Stadtvertreter in Loitz und als Kreistagspräsident. Das Verhältnis zu Amthor sei gut, er kenne ihn sehr lange, Amthor sei immer ein Kämpfer gewesen, der mit seiner jugendlichen Dynamik einige mitgerissen habe. Es wäre schade, wenn die Region ein solches Talent verlieren würde, meint Sack. Jetzt müsse man abwarten, was an Fakten noch auf den Tisch komme, er hoffe aber auf eine zweite Chance für Amthor.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 22.06.2020 | 19:30 Uhr

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