Stand: 01.04.2019 06:21 Uhr

SPD in MV will gegen Lehrermangel vorgehen

Bild vergrößern
Am Sonnabend wurde der Landesvorstand neu gewählt. Landeschefin bleibt Schwesig, Stellvertreter sind Stefan Sternberg, Nadine Julich und Christian Pegel.

Die Landes-SPD hat sich am Ende ihres Parteitags in Rostock-Warnemünde am Sonntag weitestgehend geschlossen gezeigt und den Kurs in wichtigen Politikbereichen abgesteckt. Die Landes-SPD will vor allem das Thema Bildung stärker in den Mittelpunkt ihrer Regierungsarbeit stellen. Der Landespartei-Tag hat dazu ein Papier verabschiedet, das vor allem Maßnahmen gegen den Lehrermangel vorsieht.

Debatte um Unterrichtsausfall und Schülerstreiks

Nach Meinung der Partei muss sich an den Schulen etwas tun. Die am Sonnabend wiedergewählte Landesvorsitzende, Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, kündigte eine neue Initiative gegen Unterrichtsausfall und für bessere Bildung an. In der Debatte um die Schülerstreiks "Fridays for Future" hat sich Schwesig eindeutig hinter die Schüler gestellt. Bildungsministerin Birgit Hesse hatte dagegen auf die Schulpflicht hingewiesen, da die Proteste während der Unterrichtszeit stattfinden.

Antragsteller kritisieren SPD-Bildungspolitik

Auf dem Parteitag berieten die Delegierten einen leicht veränderten Antrag der Arbeitsgemeinschaft für Bildung. Die Antragssteller sprachen auch in der neuen Fassung von einer desolaten Lage und davon, dass die Qualität der Schulbildung für mehrere Schülergenerationen gefährdet sei. Auch die Gesundheit der Lehrer drohe langfristig Schaden zu nehmen.

Viele Vorschläge für Lage der Lehrer

Für die Lehrer will die SPD mehr tun. So soll etwa die Lehrerausbildung an den Universitäten verbessert werden, Grundschullehrer will die Partei besser bezahlen. Zudem wird eine Absenkung der Zahl der Pflichtstunden angestrebt. Ein weiteres Ziel ist es, die Verbeamtung von Lehrern zu erleichtern. In Mecklenburg-Vorpommern stellen die Sozialdemokraten seit mehr als 20 Jahren bis auf eine Unterbrechung den Bildungsminister im Land. Bildungsministerin Birgit Hesse wertete den Antrag als Rückenstärkung für die Arbeit ihres Ressorts. "Es gibt noch viel zu tun, wir haben aber gerade in den zurückliegenden Jahren schon einiges erreicht", sagte sie und verwies auf die Verbeamtung junger Lehrer, eine wirksame Werbekampagne um Pädagogen und vereinfachte Einstellungsverfahren.

Weitere Informationen

SPD-Bildungsexperten kritisieren SPD-Schulpolitik

20.03.2019 17:10 Uhr

Innerhalb der SPD wird die eigene Bildungspolitik in Mecklenburg-Vorpommern scharf kritisiert. Eine Arbeitsgemeinschaft zieht eine schonungslose Bilanz der SPD-Bildungspolitik der vergangenen 20 Jahre. mehr

"Menschen verlangen mehr Schutz vom Staat"

Um das Ziel bezahlbares Wohnen zu ermöglichen, wollen die Sozialdemokraten auf mehr staatlichen Einfluss setzen. "Es gibt viel Verunsicherung. Die Menschen verlangen ein Stück weit mehr Schutz vom Staat", sagte SPD-Vize Christian Pegel. Bedarf an Mietwohnungen für Gering- und Normalverdiener gebe es nicht nur in Metropolen wie München oder Hamburg, sondern auch in den Universitätsstädten Rostock und Greifswald sowie in Badeorten an der Ostseeküste.

Förderprogramm für Mietwohnungsbau

Dem müsse die Politik mit veränderten Rahmenbedingungen Rechnung tragen, so Pegel. In einem Papier wurden ein langfristiges Förderprogramm für den Mietwohnungsbau, die Schaffung eines öffentlichen Bodenfonds sowie die Befreiung der kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungsgesellschaften von DDR-Altschulden gefordert. Die kommunalen Wohnungsgesellschaften sollen gegenüber privaten Anbietern gestärkt werden. Grundstücke, die in öffentlicher Hand sind, sollen dies auch bleiben und möglichst zu Bauland umgewandelt werden.

Gegen Hartz-IV-Sanktionen

Verstöße gegen Hartz-IV-Bestimmungen sollen künftig nicht mehr mit Mittelkürzungen sanktioniert werden. Eine knappe Mehrheit stimmte für den von den Jusos eingebrachten Antrag. Eine abgeschwächte Formulierung, die von der Antragskommission vorgelegt worden war, wurde abgelehnt. Die Landes-SPD bleibt gleichzeitig bei ihrem Nein zum bedingungslosen Grundeinkommen.

Vorstand neu gewählt - Fast 95 Prozent für Schwesig

Am Sonnabend war Schwesig mit 94,8 Prozent der Delegiertenstimmen als Landesvorsitzende wiedergewählt worden. Infrastrukturminister Christian Pegel, die Warener Landtagsabgeordnete Nadine Julitz und der Landrat von Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg, komplettieren als Stellvertreter den Parteivorstand. Sternberg konnte sich im zweiten Wahlgang gegen den Parteilinken von Erik von Malottki aus Greifswald durchsetzen. Julian Barlen wurde als Generalsekretär bestätigt. Von den elf Beisitzer sind vier Frauen, das beste Ergebnis erzielte Sozialministerin Stefanie Drese mit fast 90 Prozent.

Weitere Informationen

Mecklenburg-Vorpommern hat gewählt

Kommunalwahlen in Mecklenburg-Vorpommern am 26. Mai: Gewählt wurden Kreistage, Gemeinde- und Stadtvertretungen sowie Bürgermeister. Hier finden Sie alle Informationen rund um die Wahlen. mehr

Schwesig als SPD-Landeschefin wiedergewählt

31.03.2019 07:00 Uhr

Manuela Schwesig ist auf dem SPD-Landesparteitag in Warnemünde als Landeschefin der Sozialdemokraten bestätigt worden. Die 44-Jährige bekam 94,8 Prozent der Delegiertenstimmen. mehr

SPD Ludwigslust bald ein Trümmerhaufen?

07.02.2019 19:00 Uhr

Gut drei Monate vor den Kommunalwahlen in Mecklenburg-Vorpommern droht der SPD in Ludwigslust ein innerparteiliches Zerwürfnis. Im Mittelpunkt steht der Landtagsabgeordnete Dirk Friedriszik. mehr

Landesregierung: Zwei neue Staatssekretäre

26.03.2019 17:30 Uhr

In der Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern werden zwei Staatssekretäre ausgewechselt. Betroffen sind das Bildungs- und das Finanzministerium. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 01.04.2019 | 06:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

04:51
Nordmagazin
01:26
Nordmagazin
01:08
Nordmagazin