Stand: 21.01.2020 11:29 Uhr

Rübenkampagne endet mit durchschnittlichem Ergebnis

Ein Berg Zuckerrüben, dahinter ein Rübenroder. © dpa-Bildfunk Foto: Philipp Schulze
Die Rübenkampagne der Anklamer Zuckerfabrik endet nach 132 Tagen. (Themenbild)

Die Zuckerfabrik in Anklam (Landkreis Vorpommern-Greifswald) beendet heute ihre Rübenkampagne. Bis zum Mittag sollen insgesamt 1,6 Millionen Tonnen Zuckerrüben angeliefert worden sein.

Regional sehr unterschiedliche Erträge

Laut Statistischem Amt haben die Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern überdurchschnittlich viele Rüben geerntet: mit durchschnittlich 73,6 Tonnen pro Hektar lagen die Erträge 21 Prozent über dem des Vorjahres und um 6 Prozent über dem mehrjährigen Durchschnitt. Der Anklamer Fabrikleiter Matthias Sauer spricht aber nur von durchschnittlich guten Erträgen. Der Zuckergehalt war mit 17 Prozent relativ niedrig. Zudem fielen die Erträge je nach Region sehr unterschiedlich aus. Während im Norden Vorpommerns und in Teilen der Uckermark viele Rüben geerntet werden konnten, mussten einige Landwirte im Süden Vorpommerns sogar Ernteausfälle beklagen. Grund dafür ist die langanhaltende Trockenheit.

Verarbeitungskapazität soll weiter erhöht werden

Auch der weltweite Absatzmarkt macht Probleme: Er ist weiterhin auf einem historischen Tiefstand. Zum Jahresanfang sind in Deutschland zwei Zuckerfabriken geschlossen worden. "Es handelt sich um kleinere, nicht so effektive Werke", erläuterte Fabrikleiter Sauer. Es sei ein riesiger Vorteil, dass die Anklamer Fabrik auch Ethanol herstellt. Zudem arbeite man schon seit einigen Jahren daran, die Effizienz zu verbessern. Während der aktuellen Kampagne wurde bereits von 12.000 auf knapp 13.000 Tonnen Verarbeitungskapazität am Tag erweitert. In den nächsten Jahren will die Fabrik auf bis zu 16.000 Tonnen aufstocken.

Attraktive Nische: Biorüben

Auch das Thema Biorüben soll weiter in den Fokus rücken, so Sauer: "Es handelt sich um eine Nische, aber eine attraktive Nische, die wächst." Die Biorüben aus ersten Testbetrieben kann die Anklamer Zuckerfabrik derzeit noch nicht selbst verarbeiten. "Das möchten wir in 2023 zum ersten Mal tun", erläutert der Werksleiter die Pläne für die kommenden Jahre.

Mehr als 300 Betriebe liefern Rüben nach Anklam

Insgesamt liefern 340 Agrarbetriebe ihre Zuckerrüben nach Anklam. In der Fabrik werden sie zu Weißzucker aber auch zu Bioethanol, Biomethan und Futter- sowie Düngemitteln verarbeitet. Es ist die einziger Zuckerfabrik in Mecklenburg-Vorpommern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 21.01.2020 | 06:00 Uhr

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