Am Abend nach der Eröffnung des Weihnachtsmarktes sind Besucher auf dem Neuen Markt unterwegs. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild Foto: Bernd Wüstneck

Rostocker Weihnachtsmarkt muss schließen

Stand: 08.12.2021 16:29 Uhr

Weil das Gesundheitssystem zu überlasten droht, ist der Rostocker Weihnachtsmarkt ab Donnerstag zu. Die Landesverordnung würde eine Schließung erzwingen, heißt es von der Stadt. Oberbürgermeister Madsen lehnt dies jedoch bis zuletzt ab.

Nach 17 Tagen unter 2G- und 2G-Plus-Bedingungen muss der Rostocker Weihnachtsmarkt schließen. Am Mittwoch bestehe zum letzten Mal die Möglichkeit zum Bummel entlang der Marktstände, ehe sie zum Donnerstag geschlossen werden. Das hat die Stadtverwaltung von Rostock mitgeteilt und verweist auf die Landesverordnung. "Die aktuellen Regelungen zum Infektionsschutz in Mecklenburg-Vorpommern erzwingen das Aus für die vorweihnachtlichen Märkte."

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Schaustellerverband reagiert fassungslos

Lothar Welte vom Schaustellerverband Mecklenburg-Vorpommern zeigte sich im Gespräch bei NDR MV Live fassungslos: "Das können wir nicht nachvollziehen (...) Die Schaustellerkollegen stehen mit dem Rücken an der Wand. Letztes Jahr haben wir von einer Katastrophe gesprochen. Da hatte der eine oder andere noch eine Lebensversicherung oder eine Rentenverischerung oder konnte hier und da noch etwas verkaufen. Das ist vorbei. Das ist weg!"

Für die Schausteller und Händler gäbe es jetzt nur zwei Hoffnungen - zum einen, dass sie entsprechende Hilfen vom Land bekommen und zum anderen, dass es im Jahr 2022 wieder besser wird.

Kritik des Oberbürgermeisters

Während die Stadt am Dienstagabend in einer Pressemitteilung die Schließung des Rostocker Weihnachtsmarktes erklärte, sagte Oberbürgermeister Madsen fast zeitgleich im NDR 1 Radio MV Interview, er erwarte eine konkrete Anweisung des Landes, dass der Weihnachtsmarkt geschlossen werden müsse.

Nun muss sich Madsen der Entscheidung des Landes beugen, ist jedoch weiterhin der Überzeugung, dass die Situation noch händelbar sei, so Madsen zu NDR 1 Radio MV. "In Zeiten, in denen wir die Menschen auffordern, sich impfen zu lassen damit Angebote möglich sind, sollten wir auch an einigen Angeboten festhalten, die nicht gerade besonders gefährlich sind", so der Oberbürgermeister weiter.

Wirrwar um Ampelstufe in Rostock

Auf der risikogewichteten Stufenkarte ist die Hansestadt seit zehn Tagen auf Stufe "rot". Damit verbunden ist laut Landesregierung die Abstimmung zwischen Stadt und Land, ob eine Überlastung des Gesundheitssystems drohe. Bislang waren beide Seiten einig, dass das nicht der Fall sei. Ansonsten hätte Rostock schon eher in die Stufe "rot plus" eingeordnet werden müssen, so wie die Landkreise Rostock und Mecklenburgische Seenplatte. Am Dienstag jedoch änderte die Landesregierung ihre Meinung zur Bewertung der Lage in Rostock - und damit sind laut Corona-Landesverordnung Weihnachtsmärkte nicht mehr erlaubt.

Märkte in Stralsund und Greifswald noch offen

In Neubrandenburg war der Weihnachtsmarkt schon kurz nach der Eröffnung wieder dicht gemacht worden, in Schwerin am Freitag voriger Woche - weil dort die strengen Corona-Regeln laut Veranstalter nicht umsetzbar sind. Die Märkte in Stralsund und Greifswald sind noch geöffnet. Auf dem Weihnachtsmarkt in Wismar gilt derzeit 2G.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern | 08.12.2021 | 15:45 Uhr

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Coronavirus

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