Stand: 05.01.2018 12:14 Uhr

Rostock untersagt die Nutzung von Glyphosat

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Glyphosat wird sowohl in Landwirtschaft und Gartenbau als auch in Privathaushalten eingesetzt.

Rostock ist die erste Kommune des Landes, die die Nutzung des Pflanzenvernichtungsmittels Glyphosat auf all ihren Flächen untersagt. Das bestätigte Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) NDR 1 Radio MV am Freitag.

Grund: Unklarheit über Schädlichkeit

Ein Drittel der Fläche Rostocks sind Wald, Äcker und Wiesen und ab sofort soll auf diesen Flächen kein Glyphosat mehr eingesetzt werden. Als Grund für diese Entscheidung nennt Senator Matthäus die Unklarheit über die schädliche Wirkung des in die Kritik geratenen Totalherbizids. Es steht im Verdacht krebserregend zu sein.

Forstamtsflächen schon lange frei von Chemie

Schon seit 1992 wird auf den Flächen des Forstamtes der Stadt eine sogenannte Naturnahe Bewirtschaftung durchgeführt. Dabei sind alle chemischen Stoffe verboten - auch Glyphosat. Seit dem Jahr 2000 ist die gesamte Rostocker Heide FSC-zertifiziert. Dieses internationale Waldsiegel verbietet ebenfalls den Einsatz von Chemie.

Verbot in neuen Verträgen, bestehende werden geprüft

Mit dem jetzt in Kraft tretenden Verbot ändert sich allerdings die Lage für private Pächter. Das Verbot wird künftig in den entsprechenden Verträgen aufgeführt. Auch schon bestehende Vereinbarungen sollen überprüft werden. Da ist Ärger programmiert so der Senator. Er hofft jedoch, dass Rostock damit ein Vorbild in Mecklenburg-Vorpommern und für andere Kommunen ist.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 05.01.2018 | 12:00 Uhr

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