Stand: 02.02.2020 09:00 Uhr

Rostock und Umland: Warnstreik im Nahverkehr

In Rostock und im Landkreis Rostock ist am Sonnabend der öffentliche Nahverkehr ganztägig bestreikt worden. Betroffen waren die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) und rebus-Regionalbus Rostock. Busse und Bahnen blieben in den Depots, die Züge der Deutschen Bahn waren nicht betroffen, hieß es. Nach Angaben von ver.di-Streikleiter Michael Pfeifer beteiligten sich seit Betriebsbeginn am Morgen in Rostock und im Landkreis insgesamt 180 Bus- und Bahnfahrer an den Arbeitsniederlegungen. Deshalb blieben rund 35 Straßenbahnen und mehr als 80 Busse ganztägig auf den Betriebshöfen. "Der Betrieb steht komplett", sagte ein ver.di-Sprecher.

Bei einem weiteren Warnstreik im Öffentlichen Nahverkehr stehen die Bahnen auf dem Betriebshof der Rostocker Straßenbahn AG. © Jens Büttner/dpa-Zentralbild Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild
Ein Warnstreik legt den öffentlichen Nahverkehr in Rostock sowie im umliegenden Landkreis teilweise lahm. (Archivbild)
Gewerkschaft lehnt Angebot ab

Die Arbeitgeberseite hatte am Dienstag ein neues Angebot vorgelegt, in dem sie 70 Euro mehr pro Monat für dieses Jahr und noch einmal monatlich 40 Euro mehr ab 2021 anbot - mit einer Laufzeit von zwei Jahren. Das lehnte die Gewerkschaft ab. "Wir gehen davon aus, dass da noch etwas geht", hieß es von ver.di.

Arbeitgeber: Großen Schritt bewegt

Der kommunale Arbeitgeberverband verteidigte sein Angebot. Man habe sich einen großen Schritt auf ver.di zubewegt, könne aber auf der Gewerkschaftsseite keinen Einigungswillen erkennen, so die Verhandlungsführerin des Kommunalen Arbeitgeberverbands, Gabriele Axmann. Die Gewerkschaft hält an ihren Forderungen fest. Axmann forderte die Gewerkschaft auf, die Fahrgäste nicht mit weiteren Streiks zu belasten.

Neue Verhandlung Mitte Februar

Ver.di fordert unter anderem eine Erhöhung der Löhne und Gehälter für Bus- und Straßenbahnfahrer um 2,06 Euro pro Stunde und einen Angleichungsschritt an andere Tarifgebiete von 100 Euro. Das würde in etwa einem Plus von 15 Prozent entsprechen. Die Verhandlungen für rund 1.900 Beschäftigte des öffentlichen Nahverkehrs in Mecklenburg-Vorpommern sollen am 17. Februar fortgesetzt werden.

Zwei Warnstreiks legten Teile des öffentlichen Nahverkehrs lahm

In den vergangenen Wochen hatte ver.di die Bus- und Straßenbahnfahrer in Mecklenburg-Vorpommern bereits zu mehreren Warnstreiks aufgerufen, um Druck auszuüben. Dabei war es landesweit zu erheblichen Einschränkungen im Nahverkehr gekommen. Auch der Schülerverkehr war beeinträchtigt. Am Freitag fuhren im Landkreis Ludwigslust-Parchim keine Busse der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim (VLP). Am Donnerstag war der Busverkehr in Nordwestmecklenburg weitgehend lahmgelegt.

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 31.01.2020 | 19:00 Uhr

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