Stand: 22.02.2019 15:23 Uhr

Rostock: Städtebau im Windschatten der BUGA 2025

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So könnte es aussehen: Rostock will zur BUGA 2025 eine Brücke über die Warnow bauen.

Die Bundesgartenschau Rostock ist längst beschlossene Sache, möglicherweise stehen 2025 jedoch nicht nur Primeln und Japanrosen im Mittelpunkt. Visionäre Markenzeichen der BUGA könnten städtebauliche Großprojekte wie die Brücke über die Warnow oder das neue Archäologische Landemuseum werden. Ob diese bis zur Eröffnung in rund sieben Jahren tatsächlich fertig gestellt werden können, steht bislang in den Sternen.

112 Millionen für den Städtebau

Mindestens 112 Millionen Euro aus Städtebaufördermitteln sollen in die Stadtentwicklung im Windschatten der BUGA investiert werden, das archäologische Landesmuseum noch nicht mit eingerechnet. Für BUGA-Projektchefin Sigrid Hecht von der Rostocker Gesellschaft für Stadtentwicklung ist die Bundesgartenschau deswegen nicht mehr aber auch nicht weniger als der Katalysator für einen lange ausstehenden städtebaulichen Schub. Die BUGA finde 2025 statt, es gehe aber nicht darum, die Stadt zu einem Termin zu entwickeln -für bestimmte Dinge müsse man sich mehr Zeit nehmen, so Hecht.

Zukunftsmusik: Ein Plateau über die L22

Rund 18 Millionen Euro sollen den Planungen zufolge in ein 30 Meter breites Plateau investiert werden, dass die vielbefahrene Straße am Strande überbrücken soll. Das Planfeststellungsprojekt dazu werde noch bis 2025 durchgeführt. Sollte dieses Projekt also erst 2027 oder später fertig gestellt sein, wäre das auch in Ordnung -"damit steht und fällt die Gartenschau nicht", so Hecht.

Landesmuseum und Warnowbrücke bis Ende 2024?

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Anders sieht es bei der geplanten Brücke über die Warnow im Rostocker Stadthafen aus: Die "grüne Querung" soll zur eigentlichen Gartenschau auf der Ostseite der Stadt führen. Laut Hecht war die Planung für den Bau der Brücke nach Gehlsdorf gleich zu Beginn des Projektes in Angriff genommen worden. Sowohl die Brücke als auch ein Neubau des Landesmuseums sollen demnach bis Ende 2024 fertiggestellt sein.

Widerstand vom anderen Ufer

Serge von Weber, Vorsitzender des Rostocker Yachtclubs am Gehlsdorfer Ufer, teilt diese Zuversicht nicht. Er und seine Mitglieder sind streitbare Gegner der Brücke. "Unsere Jugendarbeit kann so nicht mehr wie bisher stattfinden. Wir segeln seit vielen Jahrzehnten in der Dierkower Bucht." Den Planungen nach ginge die Brücke außerdem "quer durch den Schwimmsteg".

Yachtclub erwägt Klage

Notfalls wird der Verein gegen das Brückenprojekt klagen, so von Weber. Dies könnte, wie kürzlich bei den Planungen zum Neubau des Landesmuseums zu Verzögerungen und möglichen Planungsstopps führen, mit denen Sigrid Hecht zu rechnen hat. Dieses sei nicht "das Herzstück der BUGA, eher das Sahnehäubchen. Hecht regt das mit Blick auf die BUGA in knapp sieben Jahren nicht auf. Dass das Land Mecklenburg-Vorpommern Angst vor einer "neuen Elbphilharmonie" hat, dafür habe sie Verständnis.

Rostock 2025 - Großbaustelle zur BUGA?

Bereits im Zuge der BUGA-Bewerbung wurde festgehalten, dass nicht alle Visionen bis dahin Wirklichkeit geworden sein werden. "Aufgrund des Volumens ist es nicht wahrscheinlich, dass bis 2025 alle Projekte zu realisieren sind", heißt es dort. Die BUGA werde jedoch einen "imposanten Zwischenstopp der Stadtentwicklung liefern". Noch bis 2020 kann die Bürgerschaft der Hansestadt abschließend entscheiden, ob und wie es weiter geht mit der BUGA.

2,6 Millionen Besucher bei IGA 2003

Zuletzt hatte Rostock vor 15 Jahren die Internationale Gartenschau (IGA) ausgerichtet. Am Ufer der Warnow entstand in sechs Jahren bis 2003 das IGA-Gelände. Bau und Gestaltung sowie das Messezentrum kosteten Stadt, Land und Bund damals insgesamt 94 Millionen Euro. Die Veranstaltung zog 2,6 Millionen Besucher an. Am Ende der IGA 2003 stand trotzdem ein Minus: Das Defizit lag bei 20 Millionen Euro.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 22.02.2019 | 16:10 Uhr

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