Stand: 22.09.2020 15:55 Uhr

Rostock: Lebenslange Haft wegen Mordes an Eltern

Landgericht Rostock © dpa/ Picture-Alliance
Prozess am Landgericht Rostock: Dem Angeklagten wurde vorgeworfen, seine Eltern mit einer Vielzahl von Stichen umgebracht zu haben.

Wegen Mordes an seinem Vater und seiner Mutter hat das Landgericht Rostock am Dienstagnachmittag einen 39-jährigen Mann zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Zudem stellte das Gericht die besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren rechtlich zwar möglich, in der Praxis aber so gut wie ausgeschlossen.

Schlafende Eltern am frühen Silvestermorgen getötet

Der Rostocker hatte gestanden, seine Eltern in der Nacht vor Silvester 2019 in ihrer Wohnung, in der er mit ihnen wohnte, erstochen zu haben. Demnach schlug er erst auf seinen 62-jährigen Vater mit einem Schlosserhammer ein und versetzte ihm dann 21 Stiche mit einem Jagdmesser. Die inzwischen aufgewachte 61-jährige Mutter tötete er danach mit 41 Stichen. Als Motiv hatte der Angeklagte in seinem Geständnis jahrelange Demütigungen durch seine Eltern angegeben.

VIDEO: Elternmord: Sohn muss lebenslang ins Gefängnis (2 Min)

Besondere Schwere der Schuld

Vor Gericht sagte er aus, er habe schon häufiger darüber nachgedacht, seine Eltern umzubringen. Der Angeklagte lebte seit mehreren Jahren wieder bei seinen Eltern in Rostock-Dierkow. Einige Stunden nach der Tat stellte er sich der Polizei. Die Staatsanwaltschaft und der Verteidiger hatten in ihren Plädoyers eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes am Vater und wegen Totschlags der Mutter gefordert. Ein Rechtsanwalt des Bruders des Angeklagten, der als Nebenkläger auftat, forderte hingegen eine Verurteilung wegen zweifachen Mordes.

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NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 22.09.2020 | 16:00 Uhr

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