Stand: 25.02.2018 15:45 Uhr

Rostock: Gedenken an NSU-Opfer Mehmet Turgut

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Erst vor wenigen Tagen war der Gedenkort beschmiert worden, die Farbe wurde mittlerweile wieder entfernt. (Archivbild)

In Rostock haben etwa 150 Bürger des vom Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) ermordeten Mehmet Turgut gedacht. Der damals 25-Jährige war vor 14 Jahren laut Ermittlern von dem rechtsextremen Terror-Trio erschossen worden. Die Initiative "Mord verjährt nicht" hatte gemeinsam mit der Hansestadt zu dem Gedenken eingeladen. Zu der Mahnwache am Tatort im Neudierkower Weg kamen auch Angehörige Turguts.

Eine Betonsitzbank mit einem Strauß Blumen und einem Bild.

Rostocker gedenken des NSU-Opfers Mehmet Turgut

Nordmagazin -

Rund 150 Menschen versammelten sich in Rostock, um an den vor 14 Jahren vom NSU ermordeten Mehmet Turgut zu erinnern. Die Angehörigen der Opfer warten bis heute auf Gerechtigkeit.

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Tiefe Wunden

"Die Familie von Mehmet Turgut wartet noch heute auf Antworten auf die Fragen, warum er sterben musste und wie es möglich war, dass organisierte Neonazis unentdeckt in Rostock mordeten", sagte ein Sprecher der Initiative. In Grußworten von Angehörigen weiterer NSU-Opfer wurde klar, dass die Wunden tief sitzen, die die Morde in den Familien hinterlassen haben. Ein Polizeiaufgebot schützte die Veranstaltung. Zu den im Vorfeld vermuteten Störaktionen kam es jedoch nicht.

Vorwurf: Verschleppte Aufklärung

Immer wieder wurde die Forderung nach weiterer Aufklärung laut. Gerade Mecklenburg-Vorpommern verschleppe diese, kritisierte die Initiative. Vor dem Hintergrund des nahenden Prozessendes gegen Beate Zschäpe in München sei der Erkenntnisstand im Land noch eher dünn. Ein Untersuchungsausschuss könnte mehr Licht ins Dunkel bringen. Ein solches Gremium soll voraussichtlich im März im Landtag beschlossen werden. Der Entwurf für den Beschluss sei in der Endabstimmung zwischen SPD und CDU, sagte die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Susann Wippermann.

Gedenkort beschmiert

Wie sehr Aufklärung nötig ist, sei an den Ereignissen der vergangenen Woche zu sehen, so die Initiative. Kurz vor Turguts Todestag waren die zwei Betonbänke am Gedenkort von Unbekannten beschmiert worden. Mittlerweile wurde das Mahnmal gereinigt. Der oder die Täter konnten bisher nicht ermittelt werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 25.02.2018 | 17:00 Uhr

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