Stand: 19.04.2018 15:30 Uhr

Rostock: Bewährungsstrafen im Thiazi-Prozess

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Vor dem Landgericht Rostock wurde das Urteil im insgesamt dritten Prozess um die rechtsextremistische Plattform gesprochen.

Im Prozess gegen drei Betreiber der ehemaligen rechtsextremistischen Internetplattform "Thiazi-Forum" wurde am Donnerstag das Urteil gesprochen. Das Landgericht Rostock verhängte gegen die Angeklagten aufgrund ihrer Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung in Tateinheit mit Volksverhetzung Bewährungsstrafen von 19, 21 und 22 Monaten.

Volksverhetzende Musik zum Download

Der 69-Jährige und die beiden 42-jährigen Männer gehörten zur konspirativen Führung der Plattform. Sie ermöglichten Austausch und Abruf von NS-Symbolen und rechtsextremen Musikdownloads, aber auch gewaltverherrlichenden oder pseudowissenschaftlichen Texten, die den Holocaust als Erfindung bezeichnen.

Geständnis gegen Bewährungstrafe

Der Richter erinnerte im Rahmen der Urteilsbegründung an drei lange Tage im Verfahren, an denen die Anklageschrift mit entsprechenden Zitaten verlesen wurde. Der führende Kopf der kriminellen Vereinigung, ein Mann aus Barth, war bereits im Oktober 2015 wegen Rädelsführerschaft und Volksverhetzung zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Eine Absprache der Prozessbeteiligten machte die Bewährungsstrafen für die Mittäter möglich. Sie hatten Geständnisse abgelegt und die beiden 42-Jährigen auch Reue gezeigt.

Größtes deutschsprachiges Neonazi-Forum

Bis zum Jahr 2012 umfasste das "Thiazi-Forum" laut Anklage rund 1,5 Millionen Beiträge von mehr als 30.000 aktiven Nutzern. Damit galt das "Thiazi-Forum" als größte deutschsprachige Neonazi-Plattform im Internet. In dem Forum soll in Beiträgen zwischen 2009 und 2012 der Holocaust geleugnet worden sein. Außerdem sollen die Betreiber in großem Umfang verbotene Musik vertrieben haben.

Die Ermittler des Bundeskriminalamts hatten die Internetplattform von Anfang an im Visier. Im Juni 2012 fanden etliche Wohnungsdurchsuchungen in Deutschland und in Großbritannien statt. Ein besonderer Schwerpunkt waren Wohnungen in Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 19.04.2018 | 15:00 Uhr

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