Luftaufnahme der Insel Riems mit den Gebäuden des Friedrich-Löffler-Institutes. © NDR

Riemser Hochsicherheitslabor arbeitet nun auch für Nordirland

Stand: 05.01.2021 11:25 Uhr

Das Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit (FLI) auf der Ostseeinsel Riems hat für Nordirland die Diagnostik für bestimmte Tierseuchen übernommen. Ursache ist der Austritt Großbritanniens aus der EU.

Liegt in Nordirland künftig ein Verdacht auf Klassische Schweinepest, Afrikanische Schweinepest oder Blauzungenkrankheit vor, werden die entsprechenden Proben auf dem Riems untersucht. Vor dem Brexit sei dies in Großbritannien geschehen, sagte eine Sprecherin des Instituts. Die Zuständigkeiten mussten jetzt neu geregelt werden. Denn jedes EU-Land muss nationale Referenzlaboratorien für die in der EU anzeigepflichtigen Tierseuchen vorweisen.

Auch bislang schon international tätig

Das Riemser Institut hat auch schon für andere EU-Länder solche Aufgaben zeitweise übernommen, beispielsweise für Polen. In Deutschland ist das Loeffler-Insitut nationales Referenzlabor für insgesamt 70 anzeigepflichtige Tierseuchen und meldefplichtige Tierkrankheiten. Die Referenzlaboratorien klären Verdachtsfälle ab, beraten Veterinärbehörden und führen Versuche oder ähnliche Maßnahmen zur Qualitätssicherung der Tierseuchendiagnostik durch.

Tierseuchenforschung mit Tradition

Auf der Insel Riems bei Greifswald sagte der Virologe Friedrich Loeffler vor 103 Jahren gefährlichen Tierseuchen den Kampf an. Heute wird im Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit an BSE, Vogelgrippe oder dem Schmallenberg-Erreger geforscht. Im Institut mit seinen bundesweit rund 900 Mitarbeitern, darunter 420 am Hauptsitz auf der Insel Riems, arbeiten knapp 80 nationale Referenzlabore, darunter acht der Weltorganisation für Tiergesundheit OIE. Hinzu kommen drei weitere Referenzlabore für die Welternährungsorganisation FAO für Influenza bei Tieren, die Newcastle-Krankheit und die Schweinepest sowie ein WHO-Tollwutzentrum.
Im Jahr 1995 beschloss der Bund, die Standorte der Tierseuchenforschung auf der Ostsee-Insel Riems zu konzentrieren und dort zu investieren. Für rund 300 Millionen Euro entstand ein Komplex aus zwei 230 und 210 Meter langen Gebäuden mit jeweils einem oder zwei unterirdischen und drei oberirdischen Geschossen. Dort sind 89 Labore und 163 Stalleinheiten untergebracht.
Das Sicherheitssystem der Hochsicherheitslabore folgt dem sogenannten Box-in-Box-System: Der sensibelste Bereich mit der weltweit höchsten Biosicherheitsstufe L4 ist umschlossen von Laboren mit geringerer Sicherheitsstufe.
Quelle:dpa

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 05.01.2020 | 11:00 Uhr

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