Stand: 14.07.2020 06:23 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Reha-Klinik Schwaan-Waldeck: Mehr Lohn für alle

Von Stefan Ludmann, NDR 1 Radio MV

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Vom Assistenzarzt bis zum Pflegepersonal - für alle Berufsgruppen der Reha-Klinik gibt es rückwirkend mehr Lohn. (Symbolbild)

Es ist ein Abschluss mit Vorzeige-Charakter: Die Gewerkschaft ver.di hat in der Gesundheitsbranche Mecklenburg-Vorpommerns eine außergewöhnliche Lohneinigung erzielt. Mit dem Betreiber der Reha-Fachklinik Schwaan-Waldeck (Landkreis Rostock) einigte sich ver.di auf eine Tarif-Erhöhung für die rund 300 Mitarbeiter von bis zu 19 Prozent. Für alle Berufsgruppen in der Klinik - vom Assistenzarzt bis zum Pflegepersonal - gibt es rückwirkend zum 1. Juli 300 Euro pro Monat mehr. Auszubildende erhalten bis zu 250 Euro zusätzlich, außerdem zahlt der Betreiber mit Stammsitz im bayrischen Sonthofen allen Beschäftigten eine Corona-Prämie von 1.000 Euro. Ver.di spricht mit Blick auf den Abschluss von einer "Vorreiter-Rolle" für die Reha-Kliniken und darüber hinaus.

Reha-Klinik Waldeck erhöht Löhne deutlich

Nordmagazin -

Die Reha-Fachklinik Waldeck im Landkreis Rostock hat sich mit der Gewerkschaft ver.di auf eine Tariferhöhung geeinigt: Für alle Berufsgruppen gibt es pauschal 300 Euro mehr Lohn.

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Lohnlücke zu anderen Krankenhäusern schließen

Die bisher bestehende Lohnlücke zu den Beschäftigten in den Krankenhäusern werde langsam geschlossen, so Verhandlungsführer Johannes Brückner, es gehe darum, Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Dennoch: Trotz des Fachkräftemangels würden Beschäftigte in Reha-Kliniken 20 bis 30 Prozent weniger verdienen. Die Klinik-Leitung erklärte, deshalb sei auch die Erhöhung bei den Auszubildenden-Vergütung wichtig. Nach drei Jahren ohne Lohnsteigerung sei es jetzt auch um ein Signal der "leistungsorientierten Vergütung" gegangen, so Geschäftsführerin Ulrike Gerlach.

Uwe Borchmann zur Lage der Krankenhäuser in MV

Nordmagazin -

Können Kliniken sich Geburtenstationen künftig nicht mehr leisten? Und werden mehr kommunale Träger benötigt? Uwe Borchmann von der Landeskrankenhausgesellschaft MV im Gespräch.

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Abwanderung von Fachpersonal nach Rostock

Möglicherweise würden jetzt auch ehemalige Mitarbeiter wieder zurückkehren. Die Reha-Klinik litt in den vergangenen Jahren unter einer Abwanderung von Fachpersonal ins nahe Rostock. Die öffentlichen Kliniken dort bezahlen deutlich besser. Im jüngsten Geschäftsbericht der Reha-Klinik heißt es: "Die Konkurrenz um die Pflegekräfte mit den Krankenhäusern in der Umgebung steigt. Um Kündigungen im Pflegebereich durch Unzufriedenheit auf Grund der teilweise sehr hohen Gehaltsunterschiede in anderen Kliniken vorzubeugen bzw. abzuwenden, wurde eine Leistungszulage für Pflegekräfte im Früh-Reha-Bereich erhöht."

Angleichung an Tarif für den öffentlichen Dienst

Offenbar hat die Maßnahme seinerzeit nicht ausgereicht. Der Personalmangel hatte ab 2018 konkrete Folgen: Eine Station musste laut Geschäftsbericht vorübergehend geschlossen werden. Um eine solche Lage künftig zu vermeiden, wollen beide Seiten zum Jahreswechsel bereits in neue Verhandlungen einsteigen. Es geht um die Angleichung der Löhne an den Tarif für den öffentlichen Dienst (TVöD) und damit um das Ziel, die noch bestehende Lohnlücken zu den kommunalen Krankenhäusern oder den landeseigenen Unikliniken zu schließen.

In Verhandlungen mit Krankenkassen

Um das finanzieren zu können setzt die Klinik auf die Verhandlungen mit den Krankenkassen. Medizinische Leistungen sollen besser bezahlt werden. Außerdem, so Klinik-Geschäftsführerin Gerlach, würden in ihrem Haus Abläufe neu organisiert - auch das bringe Spareffekte. Die Klinik ist nach Branchenangaben die zweitgrößte Reha-Klinik im Land, sie hat Platz für 210 Patienten. Auch 20 Beatmungsbetten hält die Einrichtung vor, in Corona-Zeiten stand die Klinik in Dauer-Bereitschaft.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 14.07.2020 | 07:00 Uhr

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