Ein Modellhäuschen steht auf einem Taschenrechner, daneben ein Stempel mit der Aufschrift Grundsteuer. © picture alliance / dpa

Reform der Grundsteuer führt zu Jobwunder in Finanzämtern

Stand: 23.08.2021 06:20 Uhr

Um die Reform der Grundsteuer unter Dach und Fach zu bekommen, werden in der Steuerbehörde neue Mitarbeiter gesucht. 55 neue Stellen sollen zu Beginn des nächsten Jahres zwischen Hagenow und Greifswald entstehen. Die Posten sind bereits ausgeschrieben.

von Stefan Ludmann, NDR 1 Radio MV

Das war klar: Die Reform der Grundsteuer beschert den Finanzämtern jede Menge Arbeit. Finanzminister Reinhard Meyer (SPD) spricht auch deshalb vom "größten Projekt der Steuerverwaltung seit Jahrzehneten." In Mecklenburg-Vorpommern muss der Wert von 1,2 Millionen Grundstücken bis 2024 neu festgelegt werden. Der alte Einheitswert ist nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts von 2018 viel zu ungenau und verfassungswidrig. Jetzt sollen für den neuen Grundsteuerwert beispielsweise von bebauten Grundstücken neben der eigentlichen Fläche auch die Wohnfläche, der Bodenrichtwert, das Baujahr des Hauses und die Art des Grundstücke eine Rolle spielen.

Land leistet Vorarbeit für Kommunen

Und den Job soll die neuen Finanzamts-Mitarbeiter erledigen. Sie sollen die Angaben bei den Eigentümern per Fragebogen ermitteln und auswerten. Hier leistet das Land eine wichtige Vorarbeit für die Kommunen. Die ziehen die neue Grundsteuer am Ende ein. Die Kommunen legen auch den sogenannten Hebesatz fest, der am Ende die tatsächliche Höhe der Grundsteuer bestimmt. Hausbesitzer müssen direkt zahlen, bei Mietern wird das auf die Betriebskosten umgelegt.

Grundsteuer-Trend zeigt nach oben

Schon vor der Reform zeigte der Trend bei der Grundsteuer in Mecklenburg-Vorpommern nach oben - bundesweit wurde im Nordosten nach einer Studie der zweitstärkste Anstieg hinter dem Saarland verzeichnet. Experten rechnen damit, dass diese Steuer für die Immobilieneigentümer weiter steigt. 2020 haben die Kommunen mit der Steuer rund 200 Millionen Euro eingenommen.

Meyer sagte, die Aufgabe des Landes sei es Rechtssicherheit zu garantieren und nicht an der Steuerschraube zu drehen. "Die Höhe der Grundsteuer haben am Ende ohnehin allein die Kommunen mit dem Hebesatz in der Hand." Die neuen Jobs in den Finanzämtern sind befristet, das Einstiegsgehalt liegt bei 2.650 Euro monatlich. Insgesamt sollen mit der Reform etwa 100 neue Mitarbeiter beschäftigt werden.

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Ein Modellhäuschen steht auf einem Taschenrechner, daneben ein Stempel mit der Aufschrift Grundsteuer. © picture alliance / dpa

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 23.08.2021 | 07:00 Uhr

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