Reem Alabali-Radovan - von der Geflüchteten zur Staatsministerin

Stand: 09.12.2021 14:05 Uhr

Als Sechsjährige kommt Reem Alabali-Radovan nach Deutschland, sie und ihre Eltern erhalten Asyl. Nach Abitur und Studium bleibt ihr Thema die Integration.

von Christoph Kümmritz

Respekt und Anerkennung - diese beiden Schlagworte sind für Reem Alabali-Radovan die Schlüssel, aber auch tatkräftige Unterstützung bei der Integrationsarbeit. Bei ihrer Ernennung zur Staatsministerin im Bundeskanzleramt sagte die 31-Jährige, die Themen ihres neuen Amtes würden sie schon ihr ganzes Leben begleiten. Ihr Ziel ist es nach eigener Aussage, dass in unserer Gesellschaft alle - unabhängig von ihrer Herkunft - teilhaben. Der Vertrag der Ampelkoalition zeige den richtigen Weg für Ausbildung, Arbeit, Bildung und Partizipation auf, so Alabali-Radovan. Die SPD-Politikerin folgt in dem Amt als Bundesintegrationsbeauftragte auf Annette Widmann-Mauz von der CDU.

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Reem Alabali-Radovan, SPD © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

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Von der Büroleiterin zur Staatsministerin

Im August 2018 wird Reem Alabali-Radovan bei der Integrationsbeauftragen des Landes Mecklenburg-Vorpommern Büroleiterin. Knapp eineinhalb Jahre später übernimmt sie den Job gleich selbst. Ein weiteres Jahr später, Anfang 2021, tritt sie in die SPD ein und tritt für die Sozialdemokraten bei der Bundestagswahl an. Auf der Landesliste kandidiert sie auf Platz 6. Sie gewinnt ihren Wahlkreis Ludwigslust-Parchim I / Nordwestmecklenburg I direkt und mit knapp 30 Prozent deutlich. Damit ist sie Abgeordnete des Bundestages und Kanzler Olaf Scholz (SPD) ernennt sie zur Staatsministerin im Kanzleramt, zur Integrationsbeauftragten der neuen Bundesregierung.

In Deutschland setzt sie sich für Geflüchtete ein

Am 1. Mai 1990 wird Alabali-Radovan in Moskau geboren. Zu dem Zeitpunkt studieren ihre Eltern in Russland Ingenieurswesen. Als Reem sechs Jahre alt ist, flüchtet ihre Familie aus dem Irak nach Deutschland. In Mecklenburg-Vorpommern kommt sie im Erstaufnahmeeinrichtung Horst bei Boizenburg unter. Die Familie bekommt Asyl und zieht nach Schwerin. Dort macht Alabali-Radovan am Fridericianum ihr Abitur, studiert anschließend Politikwissenschaften an der Freien Universität Berlin. Nach beruflichen Stationen am Deutschen Orient-Institut und im Nah- und Mittelost-Verein in der Bundeshauptstadt kehrt sie 2015 zurück nach MV und arbeitet in der Erstaufnahmeeinrichtung, in der sie einst selbst aufgenommen worden war.

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Franziska Hoppermann (CDU), Karoline Otte (Grüne), Max Mordhorst (FDP) und Reem Alabali-Radovan (SPD)
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 11.12.2021 | 19:30 Uhr

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