Das Justizzentrum in Neubrandenburg © DPA-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck

Prozess um Selbstjustiz: Mann in Rechlin misshandelt

Stand: 14.10.2021 19:33 Uhr

Weil sie brutal Selbstjustiz geübt haben sollen, müssen sich in Neubrandenburg vier Angeklagte wegen versuchten Mordes vor Gericht verantworten.

Vor dem Landgericht Neubrandenburg hat wegen versuchten Mordes der Prozess gegen eine Frau und drei Männer begonnen. Die Angeklagten sollen einen Bekannten im vergangenen Februar in Lärz bei Rechlin (Mecklenburgische Seenplatte) schwer misshandelt, gequält und dann in einen abgelegenen Militärbunker verschleppt haben, damit er dort stirbt, wie die Vertreterin der Staatsanwaltschaft am Donnerstag vor der Schwurgerichtskammer sagte.

Opfer überlebte trotz zahlreicher Wunden

Demnach handelte es sich um einen besonders brutalen Akt von Selbstjustiz. Hintergrund der Tat war, dass die 26-jährige Hauptangeklagte mutmaßte, der Nachbar habe ihre zwei und sechs Jahre alten Kinder sexuell missbraucht. Das 39 Jahre alte Opfer konnte sich schwer verletzt wider Erwarten aus dem Bunkerschacht, in den er gestoßen worden war, am nächsten Tag allein befreien. Er überlebte trotz starker Unterkühlungen und blutiger Wunden am ganzen Körper. Die vier Angeklagten wollten sich zum Prozessauftakt nicht zu der Anklage äußern. Drei von ihnen sitzen in Untersuchungshaft. Sie hatten den Nachbarn erst in seiner Wohnung malträtiert. Dann zogen sie ihm laut Anklage einen Sack über dem Kopf und brachten ihn zu einem 13 Kilometer entfernten alten Bunker. Dort sollen sie den Mann weiter misshandelt und bei Frost in einem Schacht zurückgelassen haben.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 14.10.2021 | 08:00 Uhr

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