Stand: 28.01.2020 10:53 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Prozess um Kindstötung: Öffentlichkeit ausgeschlossen

Bild vergrößern
Eine 26-Jährige muss sich vor dem Landgericht Rostock wegen Kindstötung verantworten. (Archivbild)

Vor dem Landgericht Rostock hat am Dienstag der Prozess gegen eine 26-Jährige begonnen. Unmittelbar nach Verlesung der Anklage wurde die Öffentlichkeit auf Antrag ihrer Verteidigerin von der Verhandlung ausgeschlossen. Bei der Befragung ihrer Mandantin kämen Umstände aus ihrem höchstpersönlichen Lebensbereich zur Sprache, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt seien, argumentierte die Rechtsanwältin. Das Gericht schloss sich dieser Meinung an.

Anklage: Frau gebar Kind neben Tischtennisplatte

Die Frau muss sich wegen der Tötung ihres Neugeborenen verantworten. Sie soll laut Anklage in der Nacht zum 25. Mai 2019 im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen neben einer Tischtennisplatte ein Mädchen entbunden und es dann seinem Schicksal überlassen haben.

Prozessbeginn wegen Kindstötung in Rostock

Nordmagazin -

Am Landgericht Rostock hat der Prozess gegen eine Frau wegen Totschlags begonnen. Sie soll im Mai 2019 ein Mädchen geboren und es hinter einem Gebüsch abgelegt haben.

0 bei 0 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Baby hinter Sträuchern abgelegt

Nach der Geburt habe sie das Kind auf einer Rasenfläche nackt hinter Sträuchern bei Temperaturen zwischen 11 und maximal 19 Grad abgelegt. Dabei habe sie in Kauf genommen, dass das Neugeborene bei den niedrigen Temperaturen und wegen der fehlenden Versorgung sterben könnte.

Baby lebte nach der Geburt

Laut Anklage wählte die Frau den Ablageort so, dass das Kind nicht schnell gefunden werden konnte. Damit habe sie sich des Totschlags schuldig gemacht. Die Obduktion der Leiche des Babys hatte ergeben, dass das Neugeborene nach der Geburt gelebt hatte.

Passantin fand nackten, toten Säugling

Eine Passantin hatte das nackte, leblose Neugeborene entdeckt und die Polizei alarmiert. Ein Notarzt stellte daraufhin den Tod des Säuglings fest. Die Todesursache war Unterkühlung. Die Polizei fand die Mutter über Zeugenbefragungen in der Umgebung. Die 26-Jährige gab die Geburt zu, sie war danach in psychiatrischer Behandlung. Für den Prozess sind vier weitere Verhandlungstage vorgesehen, das Urteil soll am 6. Februar gesprochen werden.

Weitere Informationen

Rostock: Tot gefundenes Baby lebte nach Geburt

27.05.2019 15:00 Uhr

Nach dem Fund eines toten Babys in Rostock ist jetzt klar: Das Mädchen lebte nach der Geburt. Das Amtsgericht setzte den Haftbefehl gegen die Mutter unter Auflagen außer Vollzug. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 28.01.2020 | 07:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

01:05
Nordmagazin