Stand: 16.10.2018 15:07 Uhr

Medikamentenbetrugs-Prozess: Angeklagte gesteht

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Den Krankenkassen soll durch den Betrug ein Schaden von rund 370.000 Euro entstanden sein.

Vor dem Landgericht Schwerin müssen sich seit heute zwei 30 und 32 Jahre alte Frauen wegen gewerbsmäßigen Betrugs verantworten. Die beiden sollen zwischen August 2012 und August 2013 Medikamente - vor allem Testosteron und das Wachstumshormon Genotropin - im Wert von 370.000 Euro illegal beschafft und als Dopingmittel an Bodybuilder verkauft haben. Sie waren seinerzeit als Apotheken-Mitarbeiterin und Arzthelferin in Schwerin beschäftigt.

Angeklagte mit ihren Verteidigern.

Medikamentenbetrug: Prozess startet mit Geständnis

Nordmagazin -

Mit gefälschten Rezepten sollen zwei Frauen Medikamente erschlichen und diese zu Dopingzwecken verkauft haben. Eine der beiden gestand nun vor dem Schweriner Landgericht.

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Geständnis einer Beschuldigten

Die damalige Apotheken-Angestellte räumte am ersten Prozesstag die Taten ein. "Ich will nichts abstreiten", sagte sie. Sie habe die Rezepte von der anderen Angeklagten bekommen. "Ich habe die Sachen besorgt." Das Testosteron habe sie verkauft, das Genotropin die andere. Auf die Frage, wie das illegale Geschäft zustande gekommen sei, sagte die junge Frau, sie sei von Bekannten angesprochen worden, die wussten, dass sie in einer Apotheke arbeitet. Als Motiv gab sie materielle Gründe an: "Ich wollte einfach ein bisschen mehr Geld haben."

Da sie mit der Arzthelferin befreundet war, habe sie diese ins Vertrauen gezogen. Demnach soll die Arzthelferin die Rezepte besorgt und sie selbst die Medikamente über die Apotheke bestellt und bei den Krankenkassen abgerechnet haben. Die Präparate hätten sie sich die beiden geteilt.

Arzthelferin bestreitet Beteiligung

Die Arzthelferin, der nach Auffliegen des mutmaßlichen Betrugs im September 2013 fristlos gekündigt worden war, bestritt eine Beteiligung. "Ich habe mit den Fällen nichts zu tun", erklärte sie. "Ich kann nicht sagen, wie es zu den Rezeptmissbräuchen gekommen ist." Laut Anklage soll sie Blanko-Rezepte ausgefüllt und Unterschriften der Ärzte gefälscht haben. Mit den gefälschten Rezepten sollen Medikamente verschrieben worden sein.

Richter stellt Bewährungsstrafen in Aussicht

Der Prozess soll am Mittwoch mit Zeugenvernehmungen fortgesetzt werden. Bis zum 26. Oktober sind sechs Termine geplant. Da beide Frauen bisher in keiner Weise strafrechtlich auffällig waren, stellte der Richter bei umfassenden Geständnissen Bewährungsstrafen in Aussicht.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 16.10.2018 | 15:00 Uhr

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