Stand: 30.01.2020 16:17 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Proteste auf Boden- und Düngungstag

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Die Politik will eine geringere Belastung des Bodens mit Dünger und Pestiziden.

Auf dem Boden- und Düngungstag in Linstow (Landkreis Rostock) haben sich rund 700 Landwirte gegen die geplanten Handlungsrichtlinien in Sachen Düngung und Pflanzenschutz ausgesprochen. Neue, noch strengere Regelungen hatte zuvor die EU von Deutschland gefordert. Vieles davon geht den Landwirten deutlich zu weit.

Backhaus: "Wir brauchen sauberes Wasser."

Boden- und Düngungstag in Linstow

Nordmagazin -

In Linstow haben Agrarforscher und mehr als 700 Landwirte über die Zukunft der Düngung beraten. Die meisten Bauern trauen den Messwerten nicht und verlangen genauere Analysen.

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Die Forderung der Politik: Alles soll weniger werden. Weniger Pestizide und weniger Düngung, weil Boden und Grundwasser zu stark belastet seien, sagen aktuelle Untersuchungen. Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) gab die künftige Richtung vor: "Wir müssen begreifen, wir brauchen die Landwirtschaft. Und die Landwirtschaft muss begreifen: Wir brauchen sauberes Wasser."

Experte: Politische Entscheidungen an der Realität vorbei

So ging der Pflanzenbauexperte der Uni Kiel, Professor Henning Kage, scharf mit Backhaus ins Gericht. Er warf der Politik vor, zu spät und von fachlichen Kenntnissen weit entfernt Entscheidungen getroffen zu haben. Diese würden viele Landwirte womöglich in den Ruin treiben. Dafür seien letztlich nicht nur die zuständigen Minister in Berlin, sondern auch Entscheidungsträger der Länder verantwortlich. In diesem Fall in Mecklenburg-Vorpommern, so die Kritik des Wissenschaftlers.

Proteste auch von Interessenverbänden

Begleitet wurde der Schlagabtausch durch Proteste von Mitglieder des Interessenverbundes "Land schafft Verbindung". Sie gehen seit Wochen gegen das Agrarpaket des Bundes auf die Straße. In Listow forderten sie lautstark und auf Plakaten, endlich auf die fachlichen Argumente der Landwirte zu reagieren. Die neue Düngeverordnung, wie sie derzeit dem Bundesrat zur Entscheidung vorliegt, lehnen sie ab. Unterdessen droht die EU mit Strafzahlungen, sollten die Forderungen nach weniger Düngereinsatz und mehr Pflanzenschutz nicht umgehend erfüllt werden.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 30.01.2020 | 16:00 Uhr

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